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Zuzahlungen für Pflege im Heim weiter gestiegen
Zuzahlungen für Pflege im Heim weiter gestiegen
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06:17 27.07.2022
Ein Betreuer geht in einem Pflegeheim mit einer Bewohnerin über den Flur.
Ein Betreuer geht in einem Pflegeheim mit einer Bewohnerin über den Flur. Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild
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Berlin/Wiesbaden (dpa/lhe)

Die selbst zu zahlenden Anteile für Pflegebedürftige in Heimen in Hessen sind weiter gestiegen und werden von neuen Zuschüssen nur teilweise abgefedert. Im ersten Jahr im Heim waren zum 1. Juli im hessenweiten Schnitt 2119 Euro pro Monat aus eigener Tasche fällig - 41 Euro mehr als zum 1. Januar, wie eine Analyse des Verbands der Ersatzkassen ergab. Die zu Jahresbeginn eingeführten Zuschläge steigen mit längerem Heim-Aufenthalt und dämpfen dann Kostenzuwächse jeweils stärker. Ohne Zuschüsse wären es im Schnitt 2164 Euro als Zuzahlung, 42 Euro mehr als zum 1. Januar.

Damit blieb Hessen allerdings noch unter dem Bundesschnitt. So mussten zum 1. Juli im deutschlandweiten Mittel 2200 Euro pro Monat aus eigener Tasche gezahlt werden - 67 Euro mehr als zum 1. Januar. Ohne Zuschüsse wären es nun im Schnitt für alle 2248 Euro als Zuzahlung, 69 Euro mehr als zum 1. Januar.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Seit Jahresbeginn gibt es neben den Zahlungen der Pflegekasse zudem einen Entlastungszuschlag, der mit der Pflegedauer steigt. Der Eigenanteil nur für die reine Pflege sinkt so im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent, im zweiten um 25 Prozent, im dritten um 45 Prozent, ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Allerdings stieg der Eigenanteil für die reine Pflege nun weiter - im Bundesschnitt ohne Zuschuss im Schnitt auf 964 Euro nach 912 Euro zum 1. Januar. In Hessen ging es von 882 auf 915 Euro nach oben.

Für die Analyse wurden den Angaben zufolge Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit den Heimen in allen Bundesländern ausgewertet. Die Daten beziehen sich auf Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5.