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Politik Zuversicht und Sorge nach Kita-Öffnung für alle Kinder
Mehr Hessen Politik Zuversicht und Sorge nach Kita-Öffnung für alle Kinder
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15:52 06.07.2020
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Wiesbaden

Die Rückkehr der Kitas in den Regelbetrieb mit einer Öffnung für alle Kinder ist nach Einschätzung der kommunalen Träger in Hessen ordentlich verlaufen. Allerdings könne auch noch nicht von normalen Bedingungen gesprochen werden, da ein Teil der Eltern ihre Kinder kurz vor den Kita-Sommerferien weiter noch zuhause lasse, sagten der Direktor des hessischen Städtetags, Stephan Gieseler, und der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, David Rauber, am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zudem gebe es gerade in den städtischen Regionen noch personelle Engpässe in den Einrichtungen.

"Die Bewährungsprobe wird die erste Woche nach den Ferien", betonte Gieseler. Sein Kollege vom Städte- und Gemeindebund begrüßte wegen der Personalengpässe die Möglichkeit, dass in den Kitas in Abstimmung mit den Jugendämtern nach der aktueller Corona-Verordnung auch Ersatzpersonal eingesetzt werden kann, um Gruppenschließungen zu vermeiden.

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigte sich wegen dieser Möglichkeit jedoch skeptisch. Kurzfristig und punktuell könne so dem Fachkräftemangel begegnet werden. Es könne jedoch keine Lösung sein, die Qualität der pädagogischen Arbeit zu verschlechtern und den Beruf zu entwerten, mahnte die GEW. Die Gewerkschaft Verdi äußerte Sorge, dass das Hygienekonzept und die Schutzmaßnahmen der vergangenen Zeit im Normalbetrieb aufgrund von bis zu 25 Kindern in einer Gruppe nicht mehr haltbar seien und damit das Infektionsrisiko in den Einrichtungen nun deutlich ansteigen werde.

Neben der Öffnung der Kitas wieder für alle Kinder gelten ab Montag noch weitere, deutlich weniger strenge Corona-Abstandsregeln in Hessen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte die Erleichterungen für den Alltag der Bürger mit den anhaltend niedrigen Infektionsraten im Land begründet. An der Maskenpflicht halte Hessen aber fest, sagte ein Regierungssprecher am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Folgende Kontakt- und Betriebsbeschränkungen gelten nun bis zum 16. August:

Bei Veranstaltungen wie MESSEN oder KONZERTEN sowie in THEATERN und KINOS wird die Fünf-Quadratmeter-Regel für Sitzplätze und die Zehn-Quadratmeter-Regel für Stehplätze aufgehoben. Grundsätzlich gilt, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Als Richtgröße sollen für jede Person drei Quadratmeter zur Verfügung stehen. Davon kann beispielsweise in Theatern und Kinos abgewichen werden, wenn ein Hygienekonzept vorliegt, das Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Alltagsmaske vorsieht.

Auch der Besuch von SPORTVERANSTALTUNGEN und -WETTKÄMPFEN ist laut Staatskanzlei unter Einhaltung der Drei-Quadratmeter-Regel und eines Hygienekonzeptes wieder möglich.

Die Zehn-Quadratmeter-Regel für GESCHÄFTE wird ebenfalls aufgehoben. Der verpflichtende Mindestabstand von 1,5 Metern bleibt aber bestehen. Als Richtgröße sollen auch hier für jede Person drei Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Weiterhin gilt in Hessen, dass zwei HAUSSTÄNDE oder maximal ZEHN PERSONEN sich gemeinsam ohne Mindestabstand bei Veranstaltungen und im öffentlichen Raum aufhalten können.

Bei VERANSTALTUNGEN IN GESCHLOSSENEN RÄUMEN, bei denen Zuschauerplätze eingenommen werden, sollen die Sitzplätze personalisiert vergeben werden, um eine Rückverfolgung im Fall einer Infektion zu ermöglichen. Das gilt nicht für Tischgesellschaften.

VEREINS- und VERSAMMLUNGSRÄUME können wieder genutzt werden. Auch in Umkleidekabinen entfällt die Fünf-Quadratmeter-Regel. Stattdessen gelten die allgemeinen Abstandsvorgaben von 1,5 Metern.

Das GRILLEN UND PICKNICKEN in der Öffentlichkeit ist grundsätzlich wieder erlaubt.

VERANSTALTUNGEN MIT MEHR ALS 250 BESUCHERN müssen weiterhin vom Gesundheitsamt genehmigt werden.

ÖFFENTLICHE TANZVERANSTALTUNGEN bleiben verboten.

dpa