Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Zentralratspräsident: Rechtsextreme bei Polizei nicht decken
Zentralratspräsident: Rechtsextreme bei Polizei nicht decken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:29 10.03.2022
Anzeige
Magdeburg

"Wenn es rechtsextreme Gruppen oder gar Strukturen in der Polizei gibt und das gedeckt wird, dann schadet das nicht nur jenen Menschen, die Opfer dieser Extremisten werden, sondern es schadet auch massiv dem Ansehen der gesamten Polizei", erklärte Schuster im vorab verbreiteten Manuskript einer Rede am Abend in Magdeburg. Dasselbe gelte für die Bundeswehr. "Es besteht das Risiko, dass nachhaltig das Vertrauen unserer Bürger in unsere Sicherheitskräfte beschädigt wird."

Um dem wachsenden Antisemitismus zu begegnen, brauche Deutschland gut ausgebildete Polizisten sowie eine wachsame Justiz. "Manchmal scheint die Justiz auf dem rechten Auge eine gewisse Sehschwäche zu haben", erklärte Schuster. "Doch bei Antisemitismus und Rassismus darf kein Auge zugedrückt werden."

Schuster beklagte abermals antisemitische Züge bei Corona-Demonstranten, die gelbe Sterne als Zeichen des Protests tragen. "Wer sich hierzulande wegen der Corona-Maßnahmen auf eine Stufe mit Opfern der Schoah stellt, handelt menschenverachtend und total respektlos", meinte Schuster. Das dürfe in Deutschland niemand tolerieren. Die gesellschaftliche Situation sei heute riskanter als während der 1968er Proteste. "Die Fliehkraft, die derzeit auf unsere Demokratie einwirkt, halte ich für deutlich stärker als in anderen Zeiten", erklärte Schuster.

© dpa-infocom, dpa:220310-99-458369/5

dpa