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Politik Zahl der pflegebedürftigen Migranten in Hessen nimmt zu
Mehr Hessen Politik Zahl der pflegebedürftigen Migranten in Hessen nimmt zu
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08:37 17.11.2019
In einem Seniorenheim füttert ein Mitarbeiter eine Bewohnerin die im Bett liegt. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Wiesbaden

Das Land Hessen muss sich auf immer mehr pflegebedürftige Menschen mit Migrationshintergrund einstellen. Das geht aus einer Anfrage der hessischen SPD-Fraktion an das Ministerium für Soziales und Integration in Wiesbaden hervor. Demnach hatte 2011 noch jeder Neunte ab 65 Jahren in Hessen einen Migrationshintergrund, im vergangenen Jahr war es schon fast jeder Sechste.

Das Ministerium beschreibt die Situation von älteren Menschen mit Migrationshintergrund als oftmals von Unsicherheit und einem Fremdheitsgefühl geprägt. Hinzu komme häufig eine prekäre finanzielle Situation in Bezug auf Rentenansprüche. Migranten nähmen Dienste und Einrichtungen der Altenhilfe und Pflege weniger oft in Anspruch als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Das liege auch an sprachlichen Barrieren und mangelnder Information über die Angebote.

Lediglich drei Pflegeeinrichtungen in Hessen böten spezielle Plätze für Menschen mit Migrationshintergrund an. Das Sozialministerium nennt zwei Pflegeheime in Frankfurt und eines in Hanau mit insgesamt 335 Plätzen. Dort gebe es beispielsweise ein kulturell angepasstes Ernährungsangebot und Gebetsräume. Die Landesregierung habe in den vergangenen zehn Jahren mehrere Modellprojekte für Personen mit Migrationshintergrund unterstützt. Erkenntnisse aus diesen Projekten seien mit Kommunen und Pflegekassen in Maßnahmen umgesetzt worden.

Die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (agah) fordert vom Land dennoch eine umfassende Neuausrichtung der Seniorenpolitik. "Die Nachfrage nach kultursensibler Pflege steigt", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Interkulturelle Kompetenz sei auch in der Altenpflege von zunehmend größerer Bedeutung. Die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte beklagt außerdem fehlende Möglichkeiten für Migranten im Rentenalter, die nicht in einem Pflegeheim leben. Es gebe kaum Angebote für Begegnung, Sport oder Sprachförderung.

dpa

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