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Politik Corona-Impfterminvergabestart für Senioren: Erneut Probleme
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19:52 03.02.2021
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration
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Wiesbaden

Auch das zweite Anmeldeverfahren für die Vergabe von Corona-Impfterminen für Senioren über 80 Jahre in Hessen ist am Mittwoch zunächst holprig gestartet. Der Zugriff auf die direkte Terminbuchung über das Internet war am Morgen vielfach nicht möglich. Mitarbeiter der Telefon-Hotline sprachen von technischen Problemen, es könnten derzeit keine Termine vergeben werden.

Das hessische Innenministerium bekräftigte dagegen: "Das große Interesse der Impfberechtigten hat nicht zu einer technischen Überlastung des Anmeldeverfahrens geführt", hieß es. "Auch wenn es aktuell aufgrund der großen Nachfrage zu Wartezeiten kommt, laufen beide Wege zum Impftermin stabil." Nach zehn Stunden seien rund 83 000 Termine online und telefonisch vereinbart worden, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) im hessischen Landtag mit.

Seit Mittwochmorgen, 8.00 Uhr, können demnach alle Angehörigen der ersten Priorisierungsgruppe ihre persönlichen Termine in den hessenweit 28 Impfzentren vereinbaren. Dem Ministerium zufolge sind das um die 300 000 Menschen.

Wer online einen Termin buchen will, wird zunächst in einem virtuellen Warteraum platziert. Sobald Plätze im Buchungsportal frei sind, erfolgt die automatische Weiterleitung. Bei der Hotline sei es kurzfristig wegen eines Systemfehlers zu Problemen gekommen, dieser sei jedoch gelöst worden. Das Problem sei innerhalb von Minuten gelöst worden. Auch bei der Hotline könne es zu Wartezeiten kommen, hieß es. Das Ministerium versprach: "Jeder bekommt einen Termin, aber nicht alle gleichzeitig."

Kritik kam dagegen von der Landtagsopposition: "Dass sowohl das Online-Portal als auch die Hotline erneut schwer oder über Stunden gar nicht erreichbar sind, macht fassungslos", erklärte die Vorsitzende der Linken-Fraktion, Janine Wissler. Erforderlich sei ein System, das barrierefrei, zielgruppengerecht und angemessen ausgestattet sei. "Das ist keine Raketenwissenschaft - andere Länder bekommen das hin." Sonst stehe zu befürchten, dass viele Ältere entnervt aufgeben und sich die Impfquote der Haupt-Risikogruppen deutlich verschlechtere.

Eine ähnlich harte Kritik äußerte der FDP-Fraktionsvorsitzende René Rock. Die Landesregierung müsse den Ärger der Bürger über die Probleme bei der Impfterminvergabe ernstnehmen. SPD-Fraktionschefin Nancy Faeser sprach von riesigem Frust und Enttäuschung bei vielen Menschen, die über Stunden weder über die Hotline noch das Internet einen Termin buchen konnten. Der Innenminister müsse dafür die politische Verantwortung tragen.

Bereits bei der ersten Impfanmeldung für die Bevölkerungsgruppe der Über-80-Jährigen, bei der zunächst nur 60 000 Termine für die Corona-Schutzimpfung vergeben wurden, hatte es in Hessen massive technische Störungen wegen des großen Ansturms auf die Termine gegeben. Bis zum Schluss mussten die Senioren und ihre Angehörigen teils über Stunden warten, bis sie sich registrieren oder für einen Termin anmelden konnten. Nun soll die Terminvergabe für die Menschen im Alter von über 80 Jahren nicht limitiert sein.

© dpa-infocom, dpa:210203-99-280854/6

dpa