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Politik Awo-Finanzskandal: Durchsuchungen bei fünf Beschuldigten
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10:32 08.12.2020
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Frankfurt/Main

Im Zusammenhang mit dem Finanzskandal um die Frankfurter und Wiesbadener Kreisverbände der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat es weitere Durchsuchungen gegeben. Diese hätten am Dienstag in Privatwohnungen von fünf Beschuldigten in Wiesbaden, Walluf (Rheingau-Taunus-Kreis) und Schöneck im Main-Kinzig-Kreis stattgefunden, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. Es sei darum gegangen, Geld in Höhe von etwa 2,2 Millionen Euro zu sichern und bei einem Beschuldigten Wertgegenstände zu beschlagnahmen. Beteiligt an der Aktion waren demnach 20 Polizeibeamte, drei Staatsanwälte und drei Gerichtsvollzieher.

Bei dem Ermittlungskomplex geht es um überhöhte Gehälter und Luxus-Dienstwagen bei der Frankfurter Awo sowie ungerechtfertigte Spenden an den mit Frankfurt personell verflochtenen Kreisverband Wiesbaden. Der Skandal war im vergangenen Jahr öffentlich geworden. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere ehemalige Verantwortliche wegen Betrugsverdachts.

Den Beschuldigten werde vorgeworfen, seit mindestens Januar 2015 umfangreiche Zahlungen unrechtmäßig erlangt zu haben, teilte die Behörde mit. "Dabei soll es sich unter anderem um Dienstwagenpauschalen, Bonuszahlungen, steuerfreie Aufwandsentschädigungen sowie Ehrenamtspauschalen und fingierte Gehaltszahlungen gehandelt haben." Zudem sollen sie laut der Behörde in zahlreichen Fällen unrechtmäßig Geld für angebliche Darlehen, Gehälter und Dienstreisen sowie Auslagen für private Feste aus der Hauptkasse der Awo erhalten haben.

Bei einem der Verdächtigten seien bereits bei einer Wohnungsdurchsuchung im August viele zahlreiche hochwertige Gegenstände aus dem Technik-Bereich gefunden worden. Bei ihnen soll der Beschuldigte bereits beim Kauf oder Erhalt gewusst haben, dass die Beträge letztlich durch die Awo erstattet würden.

dpa