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Politik Gastronomen weiter in Sorge - Mehr Betreuung für Kinder
Mehr Hessen Politik Gastronomen weiter in Sorge - Mehr Betreuung für Kinder
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18:42 11.05.2020
Mundschutzmasken. Quelle: Rene Traut/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

Trotz des bevorstehenden Endes der Corona-Zwangspause für die Gastronomie werden einige Lokale in Hessen voraussichtlich geschlossen bleiben. Angesichts der zahlreichen Auflagen und Beschränkungen sei der Neustart äußerst schwierig, sagte Julius Wagner, der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Hessen. Er schätze, dass jeder vierte bis fünfte Betrieb gar nicht aufmachen werde, sondern auf weitere Lockerungen warte. Eine Öffnung lohne sich für diese Betriebe nicht, sagte Wagner der Deutschen Presse-Agentur.

Während die Änderungen für die Gastronomen ab dem kommenden Freitag (15. Mai) gelten, können Hessen mit Kindern Lockerungen in ihrem Alltag bereits umsetzen: Seit Samstag besteht die Möglichkeit, familiäre Betreuungsgemeinschaften aus bis zu drei Familien zu bilden. In einem ersten Schritt erweitert das Land zudem ab dem (heutigen) 11. Mai die Berechtigungen zur Teilnahme an der Notbetreuung. Vom 2. Juni an sollen die Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb wieder für alle Kinder öffnen. Der Überblick der Entwicklungen vom Montag:

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GASTRONOMIE IN SORGE

Der Dehoga Hessen begrüßt zwar die geplanten Öffnungen in der Gastronomie, sieht aber seine Branche weiterhin in Gefahr. "Die Lage ist nach wie vor prekär und das wird sie auch bleiben", sagte Hauptgeschäftsführer Wagner. Von Freitag an dürfen Restaurants, Cafés und Gaststätten in Hessen wieder für Publikum öffnen. Zuvor war nur ein Abhol- und Lieferservice erlaubt gewesen.

Wer öffnet, muss Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Als Faustregel gilt ein Gast pro fünf Quadratmeter. Bedienungen und Küchenpersonal müssen Mundschutz tragen, für Gäste wird dies - außer natürlich beim Essen - empfohlen. Durch die Beschränkungen könnten Gäste nicht annähernd so bewirtet werden wie normal, so Wagner. Die Wirte hätten einen großen Aufwand bei deutlich weniger Einnahmen.

HILFE FÜR KÜNSTLER

Künstler, Festivals und Kultureinrichtungen werden in der Corona-Krise mit einem Millionenpaket von der hessischen Landesregierung unterstützt. "Kunst und Kultur sind kein Luxus oder Sahnehäubchen in guten Zeiten", sagte Ministerin Angela Dorn (Grüne) in Wiesbaden. "Kunst und Kultur sind elementarer Bestandteil unseres Lebens." Mit der finanziellen Hilfe des Landes solle es möglich gemacht werden, die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zu überstehen und den Neubeginn zu meistern. Das Unterstützungspaket "Hessen kulturell neu eröffnen" hat insgesamt ein Volumen von rund 50 Millionen Euro.

SPORT IM VEREIN

Sportstätten können wieder öffnen - die Regelungen aufgrund der Corona-Pandemie stellen die Vereine jedoch vor Herausforderungen. Es werde davon ausgegangen, dass alle Vereine in Hessen derzeit an einem Wiedereinstieg arbeiteten, sagte Isabell Boger vom Landessportbund. "Die Vereine möchten ja wieder etwas anbieten." Seit vergangenem Samstag kann im Breitensport unter Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen wieder trainiert und gespielt werden.

Die Konzepte zur Einhaltung der Maßnahmen des Innenministeriums stellten die Vereine vor Herausforderungen, "weil sehr viel, sehr kleinteilig überlegt werden muss, wie der Trainingsbetrieb gestaltet werden kann." Wie viele der rund 7600 Vereine in Hessen den Sportbetrieb bereits wieder aufgenommen hätten, sei zunächst nicht bekannt.

DEMO UND POLIZEI

Die Frankfurter Polizei hat ihr Vorgehen während der Demonstration gegen Corona-Auflagen am Wochenende verteidigt. "Aufgrund der Verhältnismäßigkeit und um eine Eskalation zu vermeiden, wurde die Demonstration nicht aufgelöst", sagte ein Sprecher. Am Samstag waren um die 500 Demonstranten durch die Frankfurter Innenstadt gezogen und hatten dabei Abstandsregeln missachtet. Laut Polizei war die Veranstaltung nicht angemeldet gewesen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern sei zum Teil unterschritten worden. Viele Teilnehmer trugen keine Schutzmasken. Die Demonstration an sich sei aber friedlich und störungsfrei verlaufen, sagte der Sprecher.

NATURSCHUTZ UND CORONA

Das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) hat in Zeiten der Corona-Krise Verstöße gegen den Naturschutz bemängelt. In der knapp 60 Hektar großen Schwanheimer Düne bei Frankfurt hätten Ausflügler im Schutzgebiet die empfindlichen Böden betreten, Picknicks veranstaltet, Gelege aus Nistkästen entfernt oder deren Einfluglöcher mit Stöcken verstopft, so die Behörde. Zudem seien Eidechsen und Frösche oder Kaulquappen gefangen worden. Naturschutzgebiete würden in der Corona-Krise unter dem Fehlverhalten von Besuchern leiden. Das Gebiet ist dem RP zufolge nur eines, das in den vergangenen Wochen "von Heerscharen von Erholungssuchenden" erkundet worden sei. Überall im Rhein-Main-Gebiet lasse sich Fehlverhalten beobachten.

INFEKTIONSZAHLEN

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus hat in Hessen die 9000er Marke überstiegen. Bislang wurden 9013 Fälle im Land registriert, wie das Sozialministerium am Montagabend in Wiesbaden mitteilte. Das entsprach einem Anstieg von 21 Fällen gegenüber dem Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht werden, stieg um einen auf insgesamt 412.

dpa

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