Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Vorstoß für Menschen ohne Krankenversicherung scheitert
Mehr Hessen Politik Vorstoß für Menschen ohne Krankenversicherung scheitert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:01 11.12.2020
Zwei Versichertenkarten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) liegen auf einem Tisch. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration
Anzeige
Wiesbaden

Die Linken hatten vorgeschlagen, dass spezielle Clearingstellen betroffene Patienten beim Weg zurück in das Versicherungssystem unterstützen sollten. Ein Behandlungsfonds sollte die Versorgung von Akutfällen absichern.

Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) lehnte die Einrichtung einer Vielzahl neuer Clearingstellen als zu bürokratisch ab. Eine Lösung des Problems könne es zudem nur gemeinsam mit den Krankenkassen geben, noch in diesem Jahr seien dazu Gespräche geplant. Das Land arbeite zudem weiter an spezifischen Lösungen für die unterschiedlichen betroffenen Gruppen, sagte Klose. Denn für Wohnsitzlose seien andere Angebote gefragt als etwa für Studenten, die ihren Krankenversicherungsschutz verloren hätten.

Anzeige

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christiane Böhm, erklärte: "Bei eingeschränkter Gesundheitsversorgung geht es schlussendlich immer um Leben und Tod." Wenn die schwarz-grüne Landesregierung die Menschen nun weiter vertröste, "wird ein Teil der Betroffenen dies nicht mehr erleben".

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Daniela Sommer, forderte, Lücken im Gesundheitsschutz zu schließen. "Nichtversicherte brauchen Unterstützung und müssen bei akuten gesundheitlichen Problemen Zugang zur Versorgung haben", sagte Sommer. "Sie sind von der gesundheitlichen Versorgung faktisch ausgeschlossen." Die SPD im hessischen Landtag hätte, anders als die restlichen Fraktionen, den Vorstoß der Linken mitgetragen.

dpa