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Politik Vorbereitungen für Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen
Mehr Hessen Politik Vorbereitungen für Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen
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17:36 13.03.2022
Der vorbereitete Kinderspielplatz in einer Notunterkunft.
Der vorbereitete Kinderspielplatz in einer Notunterkunft. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Kassel/Kronberg/Frankfurt

Hessens Kommunen bereiten sich auf die Ankunft und Aufnahme vieler Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine vor. Das Land hatte die Landkreise Marburg-Biedenkopf, Wetterau, Vogelsberg und Hochtaunus beauftragt, jeweils eine Notunterkunft für bis zu 1000 Menschen für die kurzfristige Unterbringung bis zum Samstag zur Verfügung zu stellen.

Am Sonntag meldete etwa der Landkreis Marburg-BiedenkopfVollzug. Die Hinterlandhalle in Dautphetal, die Großsporthalle am Marburger Georg-Gaßmann-Stadion, die Halle der Kaufmännischen Schulen in Marburg und die Sporthalle in Cölbe sollten den geflüchteten Menschen aus der Ukraine vorübergehend Obdach bieten, teilte der Landkreis mit. Mehr als 500 ehrenamtliche Einsatzkräfte hätten am Freitag und Samstag dabei geholfen, den Auftrag des Landes zu erfüllen. Die Leitung und Belegung werde von der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen übernommen.

Auch die Stadt Kasselbereitet sich auf weitere Flüchtlinge vor. Dort seien über das Wochenende in einem kürzlich umgebauten Flügel des Rathauses zusätzliche Notunterkünfte für rund 100 Menschen in den noch leerstehenden Büros eingerichtet worden, teilte ein Sprecher am Sonntag mit. Zudem sei eine von der Evangelischen Kirche zur Verfügung gestellte Notunterkunft um rund 100 Plätze erweitert worden. In den kommenden Tagen soll den Angaben zufolge außerdem eine ehemalige Produktionshalle im Stadtgebiet als Gemeinschaftsquartier hergerichtet werden.

Weitere organisierte Unterkünfte in Einrichtungen, Hotels sowie in leerstehenden Gebäuden würden ebenfalls vorbereitet, hieß es in der Mitteilung. Laut Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Ilona Friedrich haben sich bisher mehr als 800 Menschen aus der Ukraine im Kasseler Rathaus gemeldet und dort soziale Leistungen beantragt.

In der Stadt Kronberg im Taunus sind am Samstag die ersten Flüchtlinge eingetroffen. Wie der Hochtaunuskreis am Sonntag mitteilte, haben rund 390 Menschen, überwiegend Mütter mit Kindern, eine Notunterkunft in der Sporthalle der Altkönigschule Kronberg bezogen.

Im Erstversorgungszentrum der Stadt Frankfurt in der Frankfurter Messe bereitet derweil der Ansturm an Hilfsbereitschaft Probleme. Die Stadt bat am Sonntag gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Frankfurt und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) als Betreiber die Bürgerinnen und Bürger, auf nicht abgesprochene oder nachgefragte Sachspenden oder Hilfsangebote zu verzichten.

Die Hilfsbereitschaft und Solidarität der Frankfurter Bevölkerung sei beeindruckend, sagte Sozialdezernentin Elke Voitl laut Mitteilung. Sie müsse aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden, um auch wirklich bei den Schutzsuchenden anzukommen. "Spontane Sachspenden oder Hilfsangebote bewirkten leider trotz guter Absicht oft das Gegenteil." In der derzeitigen Situation würden Geldspenden an Hilfsorganisationen helfen.

© dpa-infocom, dpa:220313-99-505438/3

dpa