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Politik Vor dem Urteil im Lübcke-Prozess: Warteschlange in der Nacht
Mehr Hessen Politik Vor dem Urteil im Lübcke-Prozess: Warteschlange in der Nacht
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07:48 28.01.2021
Hermann Schaus (Die Linke), innenpolitischer Sprecher der Linken im hessischen Landtag, spricht.
Hermann Schaus (Die Linke), innenpolitischer Sprecher der Linken im hessischen Landtag, spricht. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

"Ich bin seit gestern um 17 Uhr hier", sagte ein Mann aus der nordhessischen Heimatregion Lübckes, der auf Platz 1 in der Warteschlange war. Viele hatten sich mit Decken, Regenschirmen Thermoskannen und wärmenden Decken auf eine lange Nacht eingestellt. Wegen der Corona-Maßnahmen muss auch im Gerichtssaal Abstand gehalten werden. Im Zuschauerbereich finden daher nur 18 Besucher Platz, außerdem gibt es 19 Plätze für Journalisten auf der Pressetribüne.

Unter den Wartenden war auch Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher der Linken im hessischen Landtag und Obmann seiner Partei im Lübcke-Untersuchungsausschuss. "Ich hoffe, dass eine klare Entscheidung gefällt wird, habe aber Zweifel, dass der zweite Angeklagte, Markus H., in der angemessenen Weise verurteilt wird", sagte er. Markus H. ist in dem Verfahren der Beihilfe angeklagt, der mutmaßliche Täter Stephan Ernst wegen Mordes an Lübcke sowie wegen versuchten Mordes an einem irakischen Flüchtling.

"Beide Dinge, Markus H. und der Mordversuch an Ahmed I., werden uns im Untersuchungsausschuss im Landtag beschäftigen - wir wollen das aufarbeiten", sagte Schaus. "Wir haben jetzt die ersten Akten bekommen, 1600 Aktenordner. Wir wollen aufklären über die Neonazi-Szene in Nordhessen. Der Verfassungsschutz ordnet dem Umfeld von Ernst und H. immerhin 65 Personen zu, das ist keine kleine Zahl."

© dpa-infocom, dpa:210128-99-201887/2

dpa