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Politik Vitos: Keine Hinweise auf weitere Kalmenhof-Gräber
Mehr Hessen Politik Vitos: Keine Hinweise auf weitere Kalmenhof-Gräber
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17:54 02.10.2020
Stück eines gemauerten Rondells für NS-Opfer neben Gräberfeld unweit des Kalmenhof-Krankenhauses. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Idstein

Das teilte der Kalmenhof-Träger am Freitag mit. Vitos ist eine Tochtergesellschaft des Landeswohlfahrtsverbandes und betreibt in Idstein Einrichtungen der Behinderten- und Jugendhilfe. Auch erste Probegrabungen im Juli hätten keine Hinweise erbracht, sagte eine Sprecherin.

Die Nationalsozialisten hatten nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern zwischen 1939 und 1945 mehr als 700 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Kalmenhof ermordet. Viele der Opfer wurden auf einem Acker hinter dem Krankenhaus verscharrt, das Gebäude war der Haupttatort. Seit Ende der 1980er-Jahre soll ein gemauertes Rondell neben einem etwa 250 Quadratmeter großen Gräberfeld an die Opfer des organisierten Massenmordes an seelisch leidenden, körperlich oder geistig behinderten Menschen erinnern.

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Nach einem Gutachten und geologische Untersuchungen 2019 waren Vermutungen laut geworden, dass es weitere Gräberfelder auf den angrenzenden Grundstücken geben könnte. In Idstein läuft seit Jahren eine Diskussion darüber, wie mit dem ehemaligen Kalmenhof-Krankenhaus und dem Areal angemessen umgegangen werden sollte.

dpa