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Politik Patienten meiden Praxen, Flughafen rüstet sich für Ferien
Mehr Hessen Politik Patienten meiden Praxen, Flughafen rüstet sich für Ferien
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17:22 17.06.2020
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Wiesbaden

Das Coronavirus bestimmt weiterhin in vielen Bereichen das Leben der Menschen in Hessen - was auch in den Arztpraxen zu spüren ist. Aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Erreger Sars-CoV-2 meiden derzeit viele Patienten den Besuch dort oder schieben sogar nötige Eingriffe im Krankenhaus auf. In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichneten die niedergelassenen Ärzte Rückgänge bei den Fallzahlen bis zu 30 Prozent, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) am Mittwoch in Frankfurt mit. Das zweite Quartal zeige einen ähnlichen Trend. Das gelte auch für die Kliniken, erklärte die Hessische Krankenhausgesellschaft.

KV-Vorstandschef Frank Dastych sagte, selbst Menschen mit Schmerzen oder ernsthaften Erkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen hielten sich derzeit fern. Doch die Arztpraxen seien sicher. Es gebe genügend Schutzausrüstung, Abstandsregeln sowie Hygienestandards gälten und die Wartezeiten würden kurz gehalten. Die wenigen Covid-19-Patienten, die es derzeit gebe, würden in eigenen Sprechstunden oder speziellen Schwerpunkt-Praxen behandelt.

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Mittlerweile haben sich in Hessen seit dem Beginn der Pandemie nachgewiesen 10 386 Menschen mit dem Virus infiziert. Das waren 15 Fälle mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte (Stand 14.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle stieg um eins auf 496. Die weitere Corona-Nachrichten des Tages im Überblick:

FLIEGEN IN DER PANDEMIE

Wenige Wochen vor den Sommerferien sehen sich der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, Lufthansa und Bundespolizei für ansteigenden Reisebetrieb auch in Corona-Zeiten gerüstet. Gesundheit vom Flughafen bis zur Ankunft habe dabei höchste Priorität, betonte Fraport-Chef Stefan Schulte. Schon beim Betreten der Flughafenterminals wird daher mit Plakaten, Durchsagen und Bodenmarkierungen auf Maskenpflicht und Abstandsregelungen hingewiesen. Desinfektionsspender stehen in mehreren Bereichen des Flughafens bereit. Elektronisches Einchecken und kontaktlose Gepäckaufgabe, die es schon zuvor gab, sind nun wichtiger denn je.

"Wir sehen, dass die Menschen wieder fliegen wollen", sagte Klaus Froese, CEO des Lufthansa Hub Frankfurt, zur Entwicklung der Buchungsanfragen. In den hessischen Sommerferien werde die Lufthansa gut 100 Ziele alleine ab Frankfurt wieder anfliegen. Dabei werde das Hygienekonzept an Bord immer wieder den aktuellen Empfehlungen angepasst.

GELD FÜR TRENNSCHEIBEN

Mit rund drei Millionen Euro fördert das Land Hessen den Einbau von Trennscheiben in Linienbussen. "Mit diesem Förderprogramm können wir ein Stück Normalität in den Busbetrieb zurückbringen", sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden. Seit Beginn der Epidemie in Deutschland vor drei Monaten durften Fahrgäste nicht mehr die vordere Tür benutzen. Fahrkarten konnten nicht mehr beim Fahrer gekauft werden. "Das alles ist dank der Trennscheiben nun wieder möglich", sagte der Minister. Gefördert werden Trennscheiben in Bussen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) sowie des Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).

GRÜNES LICHT FÜR IMPFSTOFFSTUDIE

Das Tübinger Unternehmen CureVac darf mit der klinischen Prüfung seines Impfstoffkandidaten gegen Corona beginnen. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) im hessischen Langen erteilte dem Unternehmen die Zulassung, den Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen, wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel mitteilte. Ende April hatte bereits das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erhalten, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

dpa

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