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Politik Warnstreik und Tunnelsperrung: Verkehrschaos in Frankfurt?
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16:32 23.03.2018
Plastikwesten mit der Logo der Gewerkschaft «Verdi». Quelle: Ralf Hirschberger/Archiv
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Frankfurt/Main

Auf massive Probleme im öffentlichen Nahverkehr müssen sich die Menschen in Frankfurt für kommenden Mittwoch einstellen. Grund sind ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi, hinzu kommt die Sperrung des S-Bahn-Tunnels. Die Arbeitsniederlegung der Beschäftigten des kommunalen Nahverkehrs trifft die U- und Straßenbahnen, durch die Tunnelsperrung fahren keine S-Bahnen in der Innenstadt. Busse sind noch unterwegs, sie könnten aber durch den erwartbar verstärkten Autoverkehr in der Innenstadt behindert werden.

"Wir haben uns mit dem Mittwoch bewusst einen Tag in den Ferien ausgesucht, um die Schulkinder zu schonen", sagte Verdi-Landesfachbereichsleiter Ronald Laubrock am Freitag. In Wiesbaden sollen wegen des Warnstreiks am Mittwoch keine Busse fahren, auch in Offenbach soll die Arbeit stundenweise eingestellt werden. Verdi fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Weil die Busfahrer in Frankfurt nach Verdi-Angaben nach einem eigenen Tarif bezahlt werden, fahren sie am Mittwoch.

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Eigentlich sollten Straßen- und U-Bahnen neben den Bussen die fehlenden S-Bahnen in der Innenstadt ersetzen. Der S-Bahntunnel unter der Frankfurter Innenstadt wird ab Montag wegen Bauarbeiten für zwei Wochen gesperrt, damit können Stationen in der City nicht mehr angefahren werden. Der Tunnel gehört zu den meist befahrenen Bahnstrecken bundesweit.

Dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) bleibt nicht viel Spielraum, die Warnstreiks auszugleichen. "Wir werden alles auf die Straße bringen, was möglich ist", sagte Sprecher Sven Hirschler. Allerdings führen schon durch die S-Bahn-Tunnel-Sperrung mehr Busse, diese könnten durch den erwartbar zunehmenden Autoverkehr behindert werden. Der RMV rät, die Regionalbahnen rund um Frankfurt zu nutzen. Für die Innenstadt seien etwa 3000 "Call a bike"-Fahrräder freigeschaltet, deren Nutzung die erste halbe Stunde kostenfrei sei. "Das ist natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein."

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagte, er rechne mit starken Behinderungen. In der Innenstadt seien die Bürger voraussichtlich darauf angewiesen, Wege zu Fuß zurückzulegen. Generell sei der Warnstreik aber ein legitimes Mittel im Arbeitskampf. Er hoffe auf eine baldige Einigung in der nächsten Verhandlungsrunde, um einen langwierigen Arbeitskampf zu vermeiden, sagte Oesterling.

Gerade der Warnstreik der U-Bahn werde in der speziellen Situation viele Fahrgäste schmerzhaft treffen, teilten die lokale Nahverkehrsgesellschaft TraffiQ und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) in einer gemeinsamen Erklärung mit: "Da entstehen auch im engmaschigen Frankfurter Nahverkehrsnetz, das sonst meistens noch Alternativen bietet, große Lücken." Die Busse verkehrten zwar planmäßig, seien aber kein Ersatz für innerstädtische Bahnlinien, die pro Zug mehreren hundert Fahrgästen Platz bieten. Innenstadtnahe Stationen wie Hauptbahnhof, Westbahnhof, Ostbahnhof und Südbahnhof seien mit Regionalbahnen und S-Bahnen zuverlässig erreichbar.

Die Verkehrsbetriebe raten Fahrgästen, die am Mittwoch nicht auf den Nahverkehr verzichten können, sich kurz vor Fahrtantritt aktuell zu informieren. Dafür stünden die Radiosender, das RMV-Servicetelefon, das Internet und soziale Medien zur Verfügung.

dpa

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