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Politik Kontaktverbot: "Überwiegende Teil hält sich an Vorgaben"
Mehr Hessen Politik Kontaktverbot: "Überwiegende Teil hält sich an Vorgaben"
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16:52 23.03.2020
Eine Taube spaziert über die nahezu verwaiste B-Ebene an der Hauptwache in der Frankfurter Innenstadt. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Frankfurt

Das weitgehende Kontaktverbot zur Eindämmung der Lungenkrankheit Covid-19 scheint bei den Menschen in Hessen bislang nicht auf größeren Widerstand zu stoßen. Polizei und Ordnungsbehörden kontrollieren, ob sich die Menschen an das weitgehende Kontaktverbot halten. Der Tenor bislang: keine größeren Vorkommnisse. Die Polizeipräsidien zeigten sich am Mittag zufrieden. "Der überwiegende Teil der Bevölkerung hält sich an die Vorgaben", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Frankfurt.

Das Frankfurter Ordnungsamt verwies, wie ein Sprecher am Montag sagte, insbesondere auf die positive Entwicklung in den vergangenen Tagen. "Wir haben speziell über das Wochenende eine Verhaltensänderung festgestellte", sagte der Sprecher. Ob das nun an dem kühleren Wetter oder an den Appellen, die von allen Seiten zu hören seien, liege, lasse sich aber nicht sagen.

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Die Hessen dürfen seit Montag grundsätzlich nur noch alleine oder zu zweit aus dem Haus gehen und sich in der Öffentlichkeit aufhalten. Ausnahmen gibt es für Familien oder andere in einem Haushalt lebende Personen sowie für Menschen, die nach Angaben der Regierung "geschäftlich und dienstlich notwendigerweise gemeinsam unterwegs sein müssen". Auch für Busse und Bahnen gilt die Regelung, die nach einer Bund-Länder-Vereinbarung mindestens zwei Wochen in Kraft bleiben soll, nicht.

Das Polizeipräsidium in Wiesbaden zeigte sich ebenfalls zufrieden. "Die Menschen halten sich weitgehend an das Kontaktverbot", sagte ein Sprecher. Nur in Einzelfällen seien Platzverweise ausgesprochen worden. "Dem sind die Menschen dann aber auch nachgekommen."

In Kassel hatte die Polizei wie auch in Frankfurt schon am Wochenende, als das strikte Kontaktverbot noch nicht galt, keine größeren Probleme zu vermelden. "Alles läuft völlig problemlos", sagte ein Sprecher am Montag. Natürlich müsse man schauen, wie sich die Situation nun entwickle, "aber alles was bislang passiert ist, war zum sehr großen Teil vernünftig."

Aus Darmstadt und aus Fulda meldete die Polizei einen ruhigen Start in die erste Woche mit Kontaktverbot. "Die Menschen reagieren verständnisvoll", sagte eine Sprecherin aus Darmstadt. Der Polizei in Offenbach zufolge waren bis zum Mittag ebenfalls keine größeren Vorkommnisse zu vermelden. Auch aus Gießen hieß es: "Bis jetzt erfreulicherweise Nichts zu vermelden." Und in Limburg nahm das Ordnungsamt ein deutlich verbessertes Verhalten im Vergleich zur Mitte der vergangenen Woche wahr, wie die Stadt am Montag mitteilte. "Es hat nichts gegeben, wo unsere Ordnungshüter einschreiten mussten", sagt der Erste Stadtrat Michael Stanke.

Die Polizei in Frankfurt setzt, wie auch die anderen Polizeipräsidien im Land, besonders auf Kommunikation. "Wenn es Ansammlung mit mehr als zwei Personen feststellen, sprechen wir die Leute an, um eine Lösung zu finden", sagte der Sprecher. Je kleiner die erlaubte Größe der Gruppe, desto größer sei eben die Wahrscheinlichkeit, Menschen anzutreffen, die sich noch nicht an die Vorgaben hielten, sagte der Ordnungsamtssprecher der Mainmetropole. Doch "selbst bei jüngeren Menschen", die sich insbesondere beim Frühlingswetter der vergangenen Woche "nicht ganz so einsichtig" gezeigt hätten, habe sich das Verhalten über das Wochenende verbessert.

dpa

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