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Politik Weserländer sagen Nein zu K+S-Pipeline
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18:02 15.08.2019
Das Einleitungsrohr für Salzabwasser am Ufer der Werra beim K+S-Verbundwerk Werra. Quelle: Uwe Zucchi/Archivbild
Kassel

Nach jahrelanger Debatte um den Bau einer Fernleitung für Salzabwässer von Osthessen zur Oberweser ist das Projekt endgültig vom Tisch. Die Bundesländer entlang Werra und Weser beschlossen am Donnerstag, dass der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S keine Pipeline bauen muss. "Man kann ausschließen, dass sie kommt", sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) als Vorsitzende der sogenannten Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser in Kassel. Es lägen andere Wegen der Entsorgung vor, die kostengünstiger und technisch realisierbar seien.

Die Produktion des MDax-Konzerns im hessisch-thüringischen Kalirevier hängt von der Entsorgung von Salzrückständen ab. Bisher geschieht dies vor allem durch die Einleitung in die Werra. Die wiederum mündet in die Weser. Wenn die Werra zu wenig Wasser führt, muss K+S seine Produktion stoppen. Mit einer Fernleitung hätte der Konzern die Salzabwässer direkt in die Weser leiten können. Doch Umweltschützer und Kommunen waren gegen das 240 Millionen teure Projekt Sturm gelaufen.

Dabei hatte auch der Konzern mit 5300 Beschäftigten im Kalirevier Abstand von der Pipeline genommen. Auf die Entscheidung der Weserländer reagierte K+S positiv: Sie schaffe "Klarheit für die Entsorgung". Das Unternehmen setzt stattdessen auf die Einstapelung von Abwässern in alten Kaligruben - auch weil es bald keine Abwässer mehr in höhere Bodenschichten entsorgen darf. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, nach dem Ende der Versenkung ab 2022 hochmineralisierte Produktionsabwässer nach unter Tage verbringen zu können", sagte Konzernchef Burkhard Lohr.

Einem Vorstoß Lohrs, für eine Übergangsphase dem Konzern weiter die Salzeinleitung in die Werra in gewohnter Menge zu erlauben, erteilten die Weserländer eine Absage. Das bedeutet: In Werra und Weser wird ab 2022 weniger Salz erlaubt sein.

Dafür und für das Nein zur Pipeline gab es zwar Lob von Umweltschützern aus Hessen, Thüringen und Niedersachsen. Gleichzeitig erklärte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aber: "Auch nach der heutigen Entscheidung gibt es keine umweltverträgliche Entsorgung der salzhaltigen Abwässer und das Haldenwachstum soll unverändert weitergehen." Feste Abfälle lagert K+S nämlich auf Halden.

Als einziges Bundesland der FGG hatte Thüringen im Vorfeld gefordert, an der Oberweserfernleitung als Option festzuhalten. Die Vereinbarungen mit K+S seien nicht verbindlich genug. Doch der Abstimmung der Weserländer blieb Thüringen fern. Hessens Umweltministerin Hinz wies die Kritik aus dem Nachbarbundesland zurück. Man werde genau festlegen, was K+S leisten müsse. "Das Unternehmen weiß, worauf es sich verlassen kann, aber auch, was es zu tun hat", sagte sie.

Mitglied in der FGG sind Hessen, Niedersachsen, Bayern, Bremen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

dpa

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