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Politik Tausende Tiere in Instituten ohne Tierversuche getötet
Mehr Hessen Politik Tausende Tiere in Instituten ohne Tierversuche getötet
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05:35 15.04.2021
Eine Mitarbeiterin einer Forschungseinrichtung hat in einem Labor eine Maus in der Hand.
Eine Mitarbeiterin einer Forschungseinrichtung hat in einem Labor eine Maus in der Hand. Quelle: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

In Universitäten, Unternehmen oder Instituten seien alleine 2017 weit mehr als 70 000 Mäuse getötet worden, wie aus einer Antwort von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht. Aber auch Ratten, Fische, Hamster und Reptilien wurden getötet. Daten aus späteren Jahren würden nicht vorliegen, da es für 2018 und 2019 keine gesetzliche Meldepflicht gegeben habe.

Sogenannte vernünftige Gründe für das Töten von Wirbeltieren, die für Versuchszwecke gezüchtet und gehalten werden, seien unter anderem wissenschaftliche Zwecke. Hierbei würden den Tieren Gewebe oder Organe für eine Untersuchung entnommen. Dies seien keine Tierversuche. Weiter würden als vernünftige Gründe Alter oder Krankheit oder das Verfüttern von Mäusen oder Ratten an Schlangen oder Greifvögel angesehen.

Von den Einrichtungen gemeldet worden seien gemäß einer Berichtspflicht an die Europäische Union im Jahr 2017 Wirbeltiere, die gezüchtet, getötet und nicht für Tierversuche verwendet wurden. Außerdem seien Tiere gemeldet worden, die bei der Schaffung genetisch veränderter Linien erzeugt und für den Erhalt genetisch veränderter Linien gezüchtet und getötet wurden. Das Land habe in der letzten Legislaturperiode zwei Professuren in Gießen und Frankfurt geschaffen, die Methoden erforschen sollen, die Tierversuche ersetzen oder zumindest deren Zahl verringern sollen.

© dpa-infocom, dpa:210415-99-209950/2

dpa