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Politik Synodaler Weg: Kardinal Woelki fordert Aufklärung
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15:11 03.02.2020
Kardinal Rainer Maria Woelki hält eine Predigt. Quelle: Oliver Berg/dpa/Archiv
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Frankfurt/Main

Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, hat sich am Freitag für eine rückhaltlose Aufklärung des Missbrauchskandals ausgesprochen. Er wolle aber auch dem Eindruck entgegenwirken, als wäre seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle vor zehn Jahren nichts geschehen, sagte er am zweiten Tag der Synodalversammlung der katholischen Kirche Deutschlands in Frankfurt. Die Bischöfe seien an Aufarbeitung interessiert. "Seit zehn Jahren sind wir an diesem Thema dran". Woelki räumte ein, dass Fehler gemacht worden seien: "Es sind Akten nicht richtig geführt worden. Es sind Akten vernichtet worden. Wir arbeiten das auf."

Insbesondere Laienvertreter kritisierten, dass die Opfer nicht ausreichend in den Blick gerückt würden. Man müsse die kirchlichen Machtstrukturen angehen und verändern, die die Übergriffe begünstigt hätten. Die Betroffenenorganisation Eckiger Tisch hatte am Vortag vor der Eröffnung der Versammlung eine Aussetzung des Synodalen Wegs gefordert, so lange keine Einigung über eine Entschädigungsregelung für die Missbrauchsopfer erzielt worden sei.

Vor zahlreichen Anträgen und Diskussionen über die Geschäftsordnung, die die Gespräche über Macht in der Kirche und priesterliche Existenz verzögerten, gab es Appelle zur guten Zusammenarbeit der 230 Teilnehmer. "Es liegt an uns, ob die Synodalversammlung in Zwist und Frust endet oder ob sie unsere Kirche auf dem Weg der Umkehr und Erneuerung voranbringt", sagte der Theologe Thomas Söding von der Ruhr-Universität Bochum am Freitag. "Wir brauchen Diskussionen, in denen ohne Tabus alle Probleme auf den Tisch kommen, die unter den Nägeln brennen. Wir brauchen Beschlüsse, die konkrete Reformprojekte auf den Weg bringen."

Die Versammlung wollte im Laufe des Freitags die sogenannten Synodalforen besetzen, die verschiedene Themenfelder wie die katholische Sexualmoral und die Rolle von Frauen in der Kirche bearbeiten sollen. Zudem sollten Berichte gehört werden, unter anderem zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

Die katholische Kirche hat als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal einen Reformprozess gestartet, den Synodalen Weg. Oberstes Organ dabei ist die aus Bischöfen, Gläubigen und Vertretern verschiedener Berufe in der Kirche besetzte Synodalversammlung.

dpa