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Politik Auch hessische Regionen gelten als geeignet für Endlager
Mehr Hessen Politik Auch hessische Regionen gelten als geeignet für Endlager
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16:12 28.09.2020
Stefan Studt (r) und Steffen Kanitz von der BGE zeigen eine Karte mit Gebieten für die Endlagersuche. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Berlin/Frankfurt

Zu den 90 Gebieten in Deutschland, die günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager aufweisen, gehören auch hessische Regionen. Das geht aus dem am Montag vorgelegten ersten Teilbericht zur Standortsuche der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor. Darin sind auf einer Karte auch in Nord-, Ost- sowie Südhessen sogenannte Teilgebiete mit bestimmten Gesteinen aufgeführt, die damit zumindest theoretisch als Lagerstätte infrage kommen. Denn eine Vorfestlegung auf einen Standort ist damit noch längst nicht verbunden.

In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Orte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien - etwa die Bevölkerungsdichte - berücksichtigt werden.

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"Wir haben das vom Bundestag und Bundesrat beschlossene Konzept befürwortet und stehen weiterhin dazu", sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) zur Vorstellung des Berichts. Alle Länder seien in der Verantwortung, für ein wissenschaftsbasiertes Verfahren einzutreten. "Die hessische Landesregierung wird im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger das weitere Verfahren eng begleiten und genau darauf achten, dass dieses Konzept in ganz Deutschland fair und transparent umgesetzt wird.

Die Ära der Atomenergie sei endgültig vorbei, sagte Hinz weiter. "Für die hochradioaktiven Abfälle, die noch viele tausend Jahre Strahlung abgeben werden, müssen wir in Deutschland dennoch eine verantwortungsvolle Lösung finden, die von allen mitgetragen wird." In einem nächsten Schritt soll vom 17. bis 18. Oktober 2020 in Kassel der Auftakt zu einer - vor allem digital organisierten - Fachkonferenz zu dem Thema stattfinden, kündigte das Ministerium an. "Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können teilnehmen und sich in das Verfahren einbringen."

Berücksichtigt man die Überlappung einiger Regionen, ist dem BGE-Bericht zufolge in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als sogenanntes Teilgebiet ausgewiesen, auch in Bayern, Baden-Württemberg oder Niedersachsen sowie in den ostdeutschen Ländern. In den genannten hessischen Gebieten geht es laut BGE um Salzgestein sowie kristallines Gestein. Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallingestein, also etwa Granit, entstehen. 2031 soll der Standort für das Endlager gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall eingelagert werden.

dpa