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Politik Corona senkt Luftbelastung mit Stickstoffdioxid
Mehr Hessen Politik Corona senkt Luftbelastung mit Stickstoffdioxid
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16:02 19.02.2021
Eine Messstation, die die Luftqualität misst.
Eine Messstation, die die Luftqualität misst. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

Der Rückgang des Verkehrs in der Corona-Pandemie sorgt in Hessen für sauberere Luft. Nachdem im Vorjahr von 16 Messstellen ein überschrittener Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) gemeldet wurde, war dies im vergangenen Jahr noch an zwei Messstellen der Fall, wie das Umweltministerium am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die beiden Messstellen befinden sich in Darmstadt und Limburg, die Werte lagen dort im Jahresmittel bei 41,7 und 44,5 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm.

Nach der Bilanz des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) nahm die NO2-Konzentration im Schnitt um rund sechs Mikrogramm pro Kubikmeter ab, das entspreche einem Rückgang von etwa 18 Prozent gegenüber 2019. In ländlichen Gebieten gingen die Werte demnach um 13 Prozent zurück, in den Städten um 19. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) erklärte, Grund seien auch Maßnahmen für Luftreinhaltung wie mehr Fahrradwege und eine bessere Anbindungen mit Bussen und Bahnen. Das Landesamt rief die Kommunen auf, die Maßnahmen nicht vorschnell zu beenden.

Darmstadt ist bisher die einzige hessische Stadt mit Dieselfahrverboten auf zwei besonders belasteten Straßen, in Frankfurt soll anhand aktueller Werte in den kommenden Wochen entschieden werden. Dieselmotoren gelten als Hauptverursacher für den schädlichen Stickstoffdioxid-Ausstoß.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) forderte, die Fahrverbote in Darmstadt zu überprüfen. Die Entwicklung zeige, dass die Luft in allen hessischen Städten auch ohne Fahrverbote besser werde. Fahrverbote in Frankfurt wären unverhältnismäßig.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte das Land wegen Grenzwertüberschreitungen in mehreren Kommunen verklagt. Im Fall von Offenbach sei das Verfahren vom Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel eingestellt worden, teilte das Umweltministerium mit. Hintergrund sei der neue Luftreinhalteplan, der vergangenen Oktober für Offenbach aufgestellt worden sei. Auch die DUH erklärte, das Ziel der Klage sei erreicht. Der Plan entspreche den gesetzlichen Mindestanforderungen, sagte ein Sprecher. Zu Limburg stehe die Verhandlung vor dem VGH noch aus, einen Termin gebe es noch nicht.

Der Jahresbilanz zufolge sanken die NO2-Werte im Jahresvergleich an den verkehrsbelasteten Messstellen in DARMSTADT um zwölf Mikrogramm pro Kubikmeter, was den Angaben zufolge einen Rückgang von 26 Prozent bedeutet. In LIMBURG sank die Konzentration im Mittel um etwa sieben Mikrogramm pro Kubikmeter (minus 16 Prozent). In FRANKFURT nahm die Belastung um 22 Prozent (zehn Mikrogramm) ab. Am zwischenzeitlich für Autos gesperrten Mainkai betrug der Rückgang im Schnitt sogar knapp 40 Prozent. OFFENBACH und WIESBADEN konnten demnach Rückgänge von 15 und 17 Prozent verzeichnen. In ALSFELD sanken die Werte auch durch eine baustellenbedingte Verkehrsänderung sogar um 46 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210219-99-512594/3

dpa