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Politik Steuerzahlerbund rügt schlechte Planung bei Sanierungen
Mehr Hessen Politik Steuerzahlerbund rügt schlechte Planung bei Sanierungen
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11:09 29.10.2019
Das Schwarzbuch «Die öffentliche Verschwendung» vom Bund der Steuerzahler (BdSt). Quelle: Holger Hollemann/dpa/Archivbild
Wiesbaden

Die Steuerexperten wollten mit ihrer Liste aber nicht nur Missstände anhand von konkreten Beispielen aufzeigen, erklärte der Vorsitzende des Steuerzahlerbunds, Joachim Papendick, am Dienstag in Wiesbaden. Es gehe auch darum, ähnliche Fälle durch bessere und seriösere Planung in Zukunft zu vermeiden.

Als einen Fall nannte Papendick die Sanierung des historischen Backhauses im Bad Hersfelder Stadtteil Asbach mit Kosten in Höhe 78 000 Euro. Während der Arbeiten habe sich herausgestellt, dass die Bausubstanz viel mehr Mängel aufwies als gedacht, so dass sich die Kosten verdoppelten. Der kaum genutzte Ofen sei nicht mehr brauchbar gewesen, so dass das Backhaus nun als Abstellkammer genutzt werde.

Die Sanierung des Königsflügels im Bad Homburger Schloss sei auch nach über acht Jahren noch nicht abgeschlossen und die Baukosten hätten sich verfünffacht, kritisierte der Steuerexperte. Zunächst sei das zuständige Wissenschaftsministerium von zwei Jahren Bauzeit und bis zu zwei Millionen Euro Kosten ausgegangen. Nachdem sich im Laufe der Arbeiten zahlreiche weitere Schäden am Gebäude zeigten, sei die Sanierung immer umfangreicher geworden und die Kosten auf rund zehn Millionen Euro gestiegen.

Weniger als drei Jahre nach der Eröffnung des Kellerwaldturms im Schwalm-Eder-Kreis hätten sich in dem auf Kosten des Landes auf dem Berg Wüstegarten errichtete Aussichtsturm bereits deutliche Schäden gezeigt, erklärte Papendick. Nach einem jahrelangen ergebnislosen Rechtsstreit mit einer Baufirma über die Gewährleistung wolle nun der Deutsche Wetterdienst mit einem Wetterradarturm auf den Berg umziehen und diesen mit einer Aussichtsplattform ausstatten. Dafür soll der Kellerwaldturm abgerissen werden. Alleine für Bau und Abriss des alten Turms sowie den Rechtsstreit fielen rund 400 000 Euro an.

dpa

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