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Solidarität für Ukraine: Tausende protestieren in Frankfurt
Solidarität für Ukraine: Tausende protestieren in Frankfurt
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16:41 27.02.2022
Menschen halten Schilder mit der Aufschrift «Stop Putin - Stop War» und ukrainischen Flaggen.
Menschen halten Schilder mit der Aufschrift «Stop Putin - Stop War» und ukrainischen Flaggen. Quelle: Hannes P. Albert/dpa
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Frankfurt

Tausende Menschen haben am Wochenende in Hessen gegen den russischen Angriff auf die Ukraine protestiert. Alleine bei einer Kundgebung in Frankfurt sprach die Polizei von 6000 bis 7000 Teilnehmern. Bei der von den Grünen organisierten Kundgebung unter dem Motto "Solidarität mit der Ukraine - Frieden in Osteuropa" war man im Vorfeld von 1000 Teilnehmern ausgegangen.

Mit den blau-gelben Nationalflaggen bekundeten Teilnehmer ihre Solidarität mit der Ukraine. Auch der Generalkonsul der Ukraine in Frankfurt, Vadym Kostiuk, sprach zu den Demonstranten. Auf Plakaten forderten die Menschen "Stop Putin - Stop War" (Stoppt Putin - Stoppt den Krieg).

Am Sonntag demonstrierten nach Angaben der Polizei rund 60 Menschen auf dem Frankfurter Römerberg gegen den Krieg in der Ukraine. "Kein Krieg!" stand in russischer Sprache auf einem selbstgemalten Plakat, das eine Teilnehmerin hielt. Andere Plakate forderten "Stoppt den Krieg". Nach Angaben eines Polizeisprechers zog ein Teil der Demonstranten spontan zum russischen Generalkonsulat, wo sich bis zum frühen Nachmittag etwa 120 Menschen versammelten. Bisher sei es ruhig geblieben, hieß es. "Es ist ein eher stiller Protest." Auch in anderen hessischen Städten war am Sonntag zu Demonstrationen aufgerufen worden.

An der Frankfurter Hauptwache wurden Sachspenden für ukrainische Flüchtlinge gesammelt, unter anderem Decken, Schlafsäcke, Hygieneartikel und Lebensmittel. Freiwillige bildeten eine Menschenkette, um die Spenden zur Verladung weiter zu reichen.

Zu einer Solidaritätskundgebung der Jungen Liberalen, der Grünen Jugend, der Jusos und der Jungen Union in Hessen kamen am Samstag nach Polizeiangaben rund 250 Teilnehmer zusammen. In vielen anderen Städten im Einzugsbereich des Polizeipräsidiums West in Wiesbaden habe es zudem Mahnwachen gegeben, zu denen von örtlichen Politikern oder Kirchen aufgerufen worden sei, sagte ein Polizeisprecher. So seien in Königstein 150 Menschen zu einer Mahnwache gekommen. Auch anderen Ortes beteiligten sich Hunderte an Kundgebungen oder Mahnwachen, in Kassel 370, in Fulda 450, in Wetzlar 400 oder in Darmstadt 500 Menschen.

Zu Zwischenfällen kam es nach ersten Angaben der Polizei nicht. In Hessen waren für den Samstag mehrere Kundgebungen, Demonstrationen und Mahnwachen geplant.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag den Angriff auf das Nachbarland begonnen. Bereits am Freitag drangen russische Truppen an den Rand der Hauptstadt Kiew vor, die auch aus der Luft beschossen wurde. Alleine in Polen sind nach Regierungsangaben schon 100.000 Flüchtlinge angekommen.

"Für jene, die unter dem Angriffskrieg zu leiden haben, möchte auch die Hessische Landesregierung schnell und unbürokratisch ihren Beitrag zur Unterstützung und Hilfe leisten", kündigte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag an. In Hessen leben nach Angaben des Innenministeriums mehr als 10.000 Ukrainer.

© dpa-infocom, dpa:220226-99-298497/4

dpa