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Inzidenz weiter vierstellig - Kreis Fulda bleibt Hotspot
Inzidenz weiter vierstellig - Kreis Fulda bleibt Hotspot
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17:51 26.01.2022
Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich.
Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich. Quelle: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden/Berlin

In Hessen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz den zweiten Tag in Folge über 1000. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der gemeldeten Infektionen pro 100 000 Einwohner pro Woche am Mittwoch mit 1093,4 an. Am Dienstag hatte der Wert bei 1025,4 gelegen und damit erstmals seit Beginn der Pandemie im vierstelligen Bereich. Binnen 24 Stunden wurden in Hessen den Angaben zufolge 13 385 weitere Corona-Infektionen gemeldet. Zudem wurden 27 weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

Möglicherweise liegen die Zahlen aber noch höher: Das Gesundheitsamt Frankfurt berichtete am Mittwoch von einem fehlerbehafteten Update der Übermittlungssoftware des RKI. Dadurch sei es "seit einigen Tagen nicht möglich, alle Labormeldungen zügig einzulesen", wie eine Sprecherin sagte. Aktuell dürfte die Inzidenz laut Gesundheitsamt "vermutlich bei etwa 1700" liegen. Das RKI wies am Mittwoch für Frankfurt am Main 1352,4 aus. Zuvor hatte die "Frankfurter Neue Presse" über die fortbestehenden Probleme berichtet, über die das Gesundheitsamt berits vergangene Woche informiert hatte.

Die Verfälschung der Sieben-Tage-Inzidenz durch Meldeprobleme ist allerdings nur ein Teil des Problems, sagte Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts, am Mittwoch. Auch auf die Benachrichtigung von Infizierten wirke sich das Softwareproblem massiv aus. Statt zwei bis drei Tagen dauere es derzeit rund sieben Tage, bis das Schreiben ankomme. Das Gesundheitsamt Frankfurt bitte daher positiv Getestete, sich umgehend in Isolierung zu begeben - auch wenn noch kein Schreiben des Gesundheitsamtes eingetroffen ist. Enge Kontaktpersonen sollten über das positive Testergebnis informiert werden

Die Hospitalisierungsinzidenz lag am Mittwoch nach Angaben des Sozialministeriums bei 4,04. Eine Woche zuvor hatte der Wert 3,73 betragen. Die Zahl gibt an, wie viele Covid-19-Patienten pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen neu in Kliniken aufgenommen wurden.

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser in Hessen wurden am Mittwoch 193 Covid-19-Patienten behandelt - neun weniger als am Dienstag. Das geht aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. 102 von ihnen mussten beatmet werden. Der Anteil der Covid-19 Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten beträgt zehn Prozent.

Weiterhin gelten nach den Kriterien des Sozialministeriums alle 26 hessischen Gebietskörperschaften als Hotspots. Dort gelten strengere Maßnahmen in fast allen Bereichen. Hotspot wird eine Kommune oder ein Landkreis, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz über dem Wert 350 liegt.

Nach fünf Tagen darunter fällt die Region aus der Regelung hinaus. Am Mittwoch lag der Landkreis Fulda den vierten Tag in Folge unter diesem Schwellenwert. Der osthessische Kreis wies mit 295,9 die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland auf.

Allerdings verwies der Landkreis am Mittwoch ebenfalls auf Daten-Eingabeprobleme wegen des Software-Updates des RKI. Die Sieben-Tage-Inzidenz sei aus diesem Grund in den vergangenen Tagen nur scheinbar gesunken. "Die Fallzahlen bilden weiterhin nicht den tatsächlich Stand ab und sind höher", erklärte eine Sprecherin. "Das gilt ebenfalls für die 7-Tage-Inzidenz. Entsprechend werden die Hot-Spot-Regeln für den Landkreis Fulda weiter gelten."

Den höchsten Wert verzeichnete in der RKI-Liste weiterhin Wiesbaden mit 1880,8. Elf weitere Kreise und Städte lagen demnach im vierstelligen Bereich.

Wie groß die Probleme mit der RKI-Software sind, blieb zunächst unklar. "Das Programm vom RKI läuft bei einigen Anwendungen und vielen gleichzeitigen Anwendern instabil", hieß es in Frankfurt. "Lange Lade- sowie Wartezeiten bei der Falleingabe sind die Folgen und die Bearbeitungszeit pro Fall wird dadurch erheblich erhöht." Allein in Frankfurt gebe es einen Rückstand von etwa 6500 Meldungen.

© dpa-infocom, dpa:220125-99-840379/6

dpa