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Politik Schützenverein bestürzt wegen Schüssen auf Eritreer
Mehr Hessen Politik Schützenverein bestürzt wegen Schüssen auf Eritreer
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13:02 24.07.2019
Ein Einschussloch ist an der Fassade einer Fabrikhalle in der Industriestraße zu sehen. Quelle: Arne Dedert/Archiv
Wächtersbach

"Wir sind erschrocken und total überrascht. Damit war nicht zu rechnen", sagte Hans-Georg Jost, Vorsitzender des Schützenvereins Neudorf 61, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Der 55-jährige Deutsche, der am Montag mutmaßlich auf einen Eritreer feuerte, ihn schwer verletzte und sich später selbst erschoss, sei im Verein nicht negativ aufgefallen: "Er hat sich immer korrekt, freundlich und vorbildlich verhalten. Er war lebenslustig und gesellig."

Die Ermittler vermuten hinter der Tat vom Montag ein fremdenfeindliches Motiv. Der Täter soll sein Opfer aufgrund dessen Hautfarbe ausgesucht haben. "Zu seiner Gesinnung kann ich nichts Negatives sagen. Er hat sich politisch nie verdächtig geäußert", sagte Jost über den 55-Jährigen aus dem benachbarten Biebergemünd, der seit 2001 Vereinsmitglied war. Er sei ein guter Sportschütze gewesen, habe Urkunden und Pokale gewonnen. Doch in jüngster Zeit habe er die Lust am Schießsport verloren. Er sei nur noch selten gekommen. "Er wollte aufhören und seine Waffen verkaufen", sagte Jost.

Er betonte, unter den 200 Mitgliedern des Vereins habe es keine fremdenfeindlichen Äußerungen gegeben: "Wir sind alles Schützenbrüder - da sind auch Ausländer dabei. Diskriminierungen gibt es da nicht."

dpa

Die Bundesregierung hat die mutmaßlich rassistisch motivierten Schüsse auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach verurteilt. "Die Bundesregierung ist bestürzt über diese Tat und verurteilt sie auf das Schärfste", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

24.07.2019

Bei dem Angriff auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach sind nach Angaben der Ermittler drei Schüsse abgefeuert worden. Ein Schuss davon habe den 26-Jährigen getroffen, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch.

24.07.2019

Nach dem Schuss auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach haben am Tatort rund 400 Menschen bei einer Mahnwache gegen Rassismus protestiert. "Hier wurde ein weiteres Mal, sieben Wochen nach dem Mord an Walter Lübcke, aus Gedanken eine Tat, die uns erschüttert", sagte der Bürgermeister von Wächtersbach, Andreas Weiher (SPD), am Dienstagabend.

23.07.2019