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Politik SS-Massaker: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 96-Jährigen
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15:35 04.04.2018
Kassel/Ludwigsburg

Der 96-Jährige soll als Angehöriger eines Bataillons der Waffen-SS am Massaker von Babi Jar beteiligt gewesen sein, bei dem Tausende erschossen wurden.

Am 29. und 30. September 1941 hatten deutsche Besatzer in der heutigen Ukraine fast die ganze zurückgebliebene jüdische Bevölkerung von Kiew ausgelöscht. Mit Hilfe der Wehrmacht ermordeten Männer einer SS-Sondereinheit mehr als 33 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Aufmerksam wurden die Ermittler auf den 96-Jährigen durch ein Schreiben des Simon-Wiesenthal-Centers in Jerusalem. Darin war laut Staatsanwaltschaft gegen den Nordhessen der Vorwurf erhoben worden, er sei Angehöriger der Einsatzgruppen gewesen, die unter anderem für das Massaker verantwortlich sei.

Daraufhin hatte die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) ermittelt. "Wir tragen so viel Material wie möglich zusammen und schauen, ob es noch verfolgbare Beteiligte gibt", sagte Behördenleiter Jens Rommel. Selbst Anklage erheben könne die Stelle nicht. Wenn eine Tat im Ausland begangen worden sei, sei die Staatsanwalt am Wohnort des Verdächtigen zuständig. Daher wurde der Fall nach Kassel abgegeben. Dort wird nun geprüft, ob der Beschuldigte tatsächlich Angehöriger des SS-Bataillons war und ob sowie in welcher Funktion er an Erschießungen beteiligt war.

dpa

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