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Politik SPD fordert Türkisch- und Griechischunterricht an Schulen
Mehr Hessen Politik SPD fordert Türkisch- und Griechischunterricht an Schulen
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13:23 17.06.2021
Der Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel.
Der Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel. Quelle: Thomas Frey/dpa
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Wiesbaden

Bisher handle die schwarz-grüne Landesregierung an der Lebensrealität der hessischen Bürger vorbei.

Bisher sei geplant, neben Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Altgriechisch und Latein in Zukunft auch Polnisch, Chinesisch, Portugiesisch und Arabisch in das Lehrangebot aufzunehmen, erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Man wolle mit dieser Auswahl nicht die türkeistämmigen Bürger und Bürgerinnen kränken, müsse sich allerdings bei der Zahl der Sprachen beschränken.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elisabeth Kula, sagte, das Angebot sei nicht ausreichend. Schließlich sei in Hessen Türkisch die wichtigste Herkunftssprache nach Deutsch. "Hier leben etwa 300 000 Menschen türkischer Herkunft. Daher ist es vollkommen unverständlich, warum dieser großen Personengruppe nicht Rechnung getragen und ihre Sprache als zweite oder dritte Fremdsprache in den Schulen angeboten wird", erklärte Kula. Die Sprache sei fester Bestandteil hessischer Multikulturalität.

Anno Enners von der AfD widersprach diesen Forderungen. Es sei wichtiger, Holländisch oder Tschechisch zu lehren, sagte er. "Denn mit diesen Sprachen könnte man schließlich die Partnerschaft zu unseren direkten Nachbarn deutlich vertiefen."

Die Arbeitsgemeinschaft der Türkischen Moscheevereine hatte sich vor der Landtagsdebatte in einem offenen Brief an die Landesregierung gewandt. Ihr Koordinator Hüseyin Kurt erklärte darin seine Freude darüber, dass Hessen die Bedeutung der Mehrsprachigkeit erkannt habe. "Wir haben jedoch keine plausible Erklärung dafür, dass die türkische Sprache in diese Erweiterung des Sprachangebots an Schulen nicht aufgenommen wurde", kritisierte Kurt. Er sei sehr enttäuscht und empört darüber, dass die türkische Sprache in diesem Antrag ignoriert werde.

© dpa-infocom, dpa:210617-99-32597/2

dpa