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SPD: Kostenlose Meisterausbildung gegen Fachkräftemangel
SPD: Kostenlose Meisterausbildung gegen Fachkräftemangel
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11:36 02.06.2022
Das Gebäude des hessischen Landtags in Wiesbaden.
Das Gebäude des hessischen Landtags in Wiesbaden. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Die Kosten beliefen sich auf bis zu 10.000 Euro zuzüglich Prüfungsgebühren. Die in Hessen gezahlte Aufstiegsprämie von 1000 Euro müsse deshalb weiterentwickelt werden zu einer kostenfreien Meisterausbildung.

Angesichts 8000 Betriebsübernahmen in den nächsten Jahren müsse die Politik mehr Unterstützung bei der Nachwuchsgewinnung leisten. "Ohne stabile Situation im Handwerk stirbt unser Mittelstand", sagte die SPD-Abgeordnete Elke Barth.

Die AfD äußerte sich zustimmend und forderte, die Prämie bei erfolgreicher Prüfung müsse erhöht werden. Hessen liege mit 1000 Euro im Vergleich der Bundesländer zurück. Warum sich nicht an die Spitze setzen und mehr als Niedersachsen und Bremen zahlen, die 4000 Euro bieten, fragte der Abgeordnete Andreas Lichert. Der FDP-Abgeordnete Stefan Naas sagte, es sei auch eine Frage der Gerechtigkeit, die Ausbildung im Handwerk wie die akademische Ausbildung kostenfrei zu gestalten. Zudem müssten ausländische Abschlüsse rascher anerkannt werden.

Der Linken-Abgeordnete Jan Schalauske forderte die Landesregierung auf, sich mittels Vergaberecht für Tariflöhne und gegen Lohndumping einzusetzen. Das Handwerk stärken heiße auch, das Handwerk attraktiv zu machen - mit guten Löhnen und Arbeitsbedingungen. Hier bleibe Schwarz-Grün bisher hinter dem Erforderlichen zurück.

Die Landesregierung verwies auf den Aufstiegs-Bafög des Bundes, der dazu führe, dass bereits ein hoher Anteil der Kosten getragen werde. Dieser solle zudem verbessert werden. Angesichts des anstehenden rasanten Generationswechsels im Handwerk in den nächsten Jahren müsse eher überlegt werden, wie Betriebsübergänge gefördert werden könnten. Deshalb sei die Debatte seiner Ansicht nach ein bisschen am Thema vorbei geschrammt, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

© dpa-infocom, dpa:220601-99-511544/3

dpa