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Politik "Anfang gemacht": Hessen impft flächendeckend gegen Corona
Mehr Hessen Politik "Anfang gemacht": Hessen impft flächendeckend gegen Corona
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16:54 09.02.2021
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Covid-19 Impfzentrum».
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Covid-19 Impfzentrum». Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden/Kassel/Bensheim

Nach dem Start der ersten sechs Impfzentren im Januar hat Hessen am Dienstag flächendeckend mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. In 28 Impfzentren von Kassel bis Bensheim können sich zunächst vor allem Senioren über 80 Jahren eine Spritze geben lassen. In dieser Woche sind nach Angaben von Innenminister Peter Beuth (CDU) 19 000 Erstimpfungen geplant. Später sollen wöchentlich zwischen 30 000 und 40 000 Impfungen folgen. Zunächst gab es dem Ministerium zufolge keine Probleme.

"Der Anfang ist gemacht", sagte Beuth. Da Impfstoff weiterhin knapp sei, könnten täglich pro Impfzentrum im Schnitt nur etwa 140 Erstimpfungen an fünf Tagen in der Woche erfolgen. Zehnmal so viele Termine wären unter "Volllast" möglich. Der Minister fügte hinzu: "Auch wenn der heutige Start ein langsamer ist, geben uns die Zusagen der Impfstoffhersteller Zuversicht, dass wir in den nächsten Monaten deutlich schneller mehr Menschen mit den schützenden Dosen vor dem Corona-Virus versorgen können."

Die ersten sechs Zentren hatten am 19. Januar den Betrieb aufgenommen. Kommunen hatten damals die langen Anfahrtswege für Senioren kritisiert. Nun sind landesweit verteilt die Impfzentren geöffnet. In den zuständigen Gemeinden und Kreisen war Ende vergangenen Jahres damit begonnen worden, die Zentren hochzuziehen.

Im Impfzentrum des Landkreises Kassel in Calden wurden am Eröffnungstag knapp 90 Senioren erwartet. "Mit der Quote für den ersten Tag sind wir zufrieden", sagte ein Sprecher. Nur wenige Angemeldete seien abgesprungen. Angesichts von Schnee und Eis habe man vorgesorgt und mit schweren Geräten geräumt. Im Zentrum in Calden gibt es dem Sprecher zufolge zehn "Impfstraßen". In Betrieb sind aktuell aber nur drei.

Ausgelastet ist auch das Impfzentrum des Kreises Marburg-Biedenkopf noch nicht. Um die 100 Dosen werden hier derzeit am Tag gespritzt. Möglich wären 1200. "Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht", sagte derweil Werner Schlereth aus Bieber nach einer Mitteilung der Stadt Offenbach zu seiner Impfung. Der 82-Jährige ist der Stadt zufolge Tennis-Doppel-Weltmeister in seiner Altersklasse und möchte bald wieder zu internationalen Turnieren reisen.

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es zwei Zentren, in Reinheim und Pfungstadt. Diese arbeiten im Schichtdienst, um Berufstätigen zu ermöglichen, Angehörige zum Termin zu fahren. Für Februar seien allerdings nur 2600 Impfdosen angekündigt, hieß es. Damit könnten weniger als 150 Menschen pro Tag die Spritze bekommen. "Freuen wir uns über die Dosen, die wir haben", erklärte gleichwohl Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD). "Es ist ein Anfang! Der Start heute war sehr gelungen, sehr ruhig, jeder wusste, was er zu tun hat."

Dem Innenministerium zufolge kommen bis zu 300 000 Männer und Frauen für einen Impftermin im laufenden Anmeldeverfahren in Frage. Von insgesamt etwa 567 000 Menschen aus der ersten Priorisierungsgruppe bekamen bereits rund 165 000 eine Erstimpfung. Der Coronaimpfverordnung des Bundes zufolge kann erst mit Erreichen des 80. Geburtstags ein Termin vereinbart werden.

Die Anmeldung ist über zwei Wege möglich: telefonisch über die Hotline 116 117 oder online über die Internetseite impfterminservice.de. Seit 3. Februar konnten sich Berechtigte bei einer zweiten Runde der Terminvergabe für eine Impfung anmelden. Anders als beim ersten Mal, bei dem es wegen des knappen Impfstoffs eine Begrenzung von 60 000 Terminen gegeben hatte, ist die Vergabe nun nicht limitiert. Mittlerweile können auch Paartermine gebucht werden - gerade für ältere Menschen ein wichtiger Schritt.

© dpa-infocom, dpa:210208-99-354560/5

dpa