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Politik Land entscheidet über weitere Schritte aus Corona-Lockdown
Mehr Hessen Politik Land entscheidet über weitere Schritte aus Corona-Lockdown
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05:32 07.05.2020
Volker Bouffier (l), Ministerpräsident des Landes Hessen, und Innenminister Peter Beuth (beide CDU). Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Die strikten Corona-Beschränkungen werden auch in Hessen weiter gelockert. Noch im Mai sollen Gaststätten und Hotels wieder öffnen dürfen, auch der Freizeitsport soll Fahrt aufnehmen können, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch angekündigt hatte. Größere Versammlungen sollen wieder möglich sein, auch das Kontaktverbot wird vorsichtig gelockert. Dazu müssen aber Auflagen erfüllt werden, über die das hessische Corona-Kabinett heute entscheiden will. Hygiene- und Abstandsregeln gelten nach wie vor. Bei stark steigenden Neuinfektionen soll ein mit dem Bund vereinbarter "Notfallmechanismus" greifen.

Die umfassenden Kontaktbeschränkungen sollen bis zum 5. Juni verlängert werden, doch sollen sich wieder mehr Mitglieder zweier Haushalte treffen dürfen, wie etwa Familien. Das Land will zudem Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern wieder unter Auflagen zulassen. Wenn Hygienekonzept und Raumgröße stimmten, könnten es auch mehr sein.

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Freizeitsport im Freien solle wieder möglich werden, sagte Bouffier. Fitnessstudios sollen noch im Mai öffnen können, je nach Hygienekonzept. Die Länder-Sportminister hatten dazu Empfehlungen vorgelegt, so soll etwa das Abstandsgebot gewahrt werden, zudem sollen sich die Sportler zuhause umkleiden, Duschen- und Umkleidekabinen bleiben geschlossen.

Geschäfte sollen unabhängig von der Quadratmeterzahl ihrer Verkaufsfläche wieder öffnen dürfen, erläuterte der Regierungschef. Es gelten allerdings Beschränkungen, wie viele Kunden sich gleichzeitig in einem Laden aufhalten können. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Hessen und der Industrie- und Handelskammertag (HIHK) begrüßten die Lockerungen, forderten aber mehr Details und Planungssicherheit für die kommenden Monate.

Die Regierungschefs der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten am Mittwoch zugleich einen "Notfallmechanismus" vereinbart: Die Länder sollen demnach sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird.

Die Zahl der bestätigten Infektionen lag am Mittwoch (Stand 14 Uhr) in Hessen bei 8678; das waren 93 Fälle mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht wird, erhöhte sich um vier auf 388.

dpa

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