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Prozess gegen mutmaßlichen Rechtsextremisten in Frankfurt
Prozess gegen mutmaßlichen Rechtsextremisten in Frankfurt
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08:43 31.07.2022
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main (dpa/lhe)

Er soll aus rechtsextremistischen Motiven Anschläge mit Schusswaffen und Sprengsätzen geplant haben und vorgehabt haben, eine Terrororganisation zu bilden. Vom kommenden Dienstag an muss sich ein Mann aus Nordhessen wegen versuchter Gründung einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt verantworten.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, die Ideologie der sogenannten Atomwaffen Division (AWD) geteilt zu haben, deren Anhänger eine rassistische, antisemitische und nationalsozialistische Weltanschauung vertreten. Er habe im Sommer 2021 den Entschluss gefasst, innerhalb von drei Jahren in Deutschland einen «Rassen»- und Bürgerkrieg im Sinne der AWD-Ideologie zu entfachen, teilte die Karlsruher Behörde im April zur Anklage mit. Die Gruppierung wurde ursprünglich in den USA gegründet und hat seitdem weltweit Ableger gebildet.

Marvin E., damals 19 Jahre alt, soll laut Anklage versucht haben, Gleichgesinnte mit Erfahrung im Umgang mit Waffen und Pyrotechnik als Mitglieder einer «AWD-Division Hessen» zu gewinnen. Außerdem soll er sich bemüht haben, das für die Anschläge erforderliche Waffenarsenal zu beschaffen.

Der während der Hauptverhandlung mit drei Berufsrichtern besetzte Senat muss entscheiden, ob das Jugendstrafrecht gegen den Angeklagten zur Anwendung kommt, da er die Taten als Heranwachsender begangen haben soll. Marvin E. sitzt seit seiner Festnahme im September 2021 in Untersuchungshaft.