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Politik Umweltschützer fordern erneut Erhalt von Dannenröder Forst
Mehr Hessen Politik Umweltschützer fordern erneut Erhalt von Dannenröder Forst
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15:42 21.08.2020
Gegen den Weiterbau der A49 richtet sich ein Plakat von Umweltschützern.
Gegen den Weiterbau der A49 richtet sich ein Plakat von Umweltschützern. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Gegner des Ausbaus der Autobahn 49 in Mittelhessen haben ihre Forderung bekräftigt, auf die geplante Rodung eines Waldstückes für die Trasse zu verzichten. Eine Politik, die sich auf Klimaschutz und Verkehrswende berufe, dürfe keine Wälder fällen lassen, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) am Freitag mit. Die Bundesregierung müsse umdenken und die Infrastrukturplanung an Klima- und Umweltschutz ausrichten.

Der Landesvorsitzende des Bund Hessen, Jörg Nitsch, sagte: "Planungsdinosaurier wie die A 49 müssen auf den Prüfstand, in Hessen und bundesweit. Wer heute noch meint, Wälder für Straßen roden zu müssen, hat den Ernst der Lage nicht erkannt."

Der Protest gegen die Ausbaupläne wurde am Freitag auch in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden getragen: Klima- und Umweltschützer begannen eine 24-stündige Mahnwache gegen die geplante Rodung eines Teils des Dannenröder Forsts bei Homberg (Ohm). Anfang des Monats hatten sich verschiedene Initiativen zu einem Bündnis zusammengeschlossen und vielfältige Proteste angekündigt, um die Rodung zu verhindern und für eine Verkehrswende einzutreten.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) äußerte in einem Zeitungsinterview die Sorge, dass die Proteste eskalieren könnten. "Wir hatten ja schon teilweise Versuche, Baumaschinen anzuzünden, was potenziell auch Menschen hätte gefährden können", sagte er dem "Gießener Anzeiger". "Dementsprechend ist mein großer Appell an alle, dass dieser Protest bitte, bitte friedlich bleiben muss." Er arbeite an der Verkehrswende, sagte der Minister weiter.

Er verstehe jeden, der sage, wie könne es sein, dass jetzt durch den Dannenröder Forst eine Autobahn gezogen werde. "Aber wenn erste, zweite und dritte Gewalt der Bundesrepublik Deutschland das jeweils so beschlossen haben, dann wird es auch umgesetzt. Und das kann und werde ich, der als Landesminister in der Auftragsverwaltung tätig ist, nicht ändern", zitiert die Zeitung Al-Wazir. "Wir haben hier eine Situation, die es vielleicht nicht gegeben hätte, wenn es vor 20 Jahren einen grünen Verkehrsminister auf Bundesebene gegeben hätten. Den gab es aber nicht."

Die A49 soll Kassel und Gießen miteinander verbinden. Der umstrittene geplante Teilabschnitt führt von Stadtallendorf zum Ohmtal-Dreieck und knüpft dort an die A5 an. Vorgesehen ist, dass dafür etwa 27 Hektar Wald gefällt werden. Die Rodungen könnten ab Oktober beginnen.

dpa