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Politik Blockade vor Rüstungswerk: Protest gegen Waffenlieferungen
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13:53 23.10.2019
Prokurdische Aktivisten haben mit einem Banner das Dach eines Rüstungsunternehmens besetzt. Quelle: Uwe Zucchi/dpa
Kassel

Mit einer Aktion auf dem Gelände des Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann (KMW) haben Aktivisten in Kassel gegen die deutsche Syrienpolitik und die türkische Offensive in Nordsyrien protestiert. Die Polizei sprach von einem Dutzend maskierter Personen, die am Mittwoch auf ein Dach des Unternehmens kletterten, sich an Tore ketteten oder Zufahrten blockierten. Man sei "zutiefst betroffen von dem Krieg der Türkei", aber auch empört über das fehlende Rückgrat Deutschlands, Verantwortung dort zu übernehmen, erklärten die Aktivisten.

Sie hatten am Morgen auch zwei meterhohe Gerüste aufgebaut, auf denen sie Position bezogen. Andere hatten Transparente mit Forderungen wie "Kein Krieg in Nordostsyrien" aufgehängt. Der Protest verlief zunächst friedlich. Zuschauer und Unterstützer versammelten sich in Sichtweite der Aktion.

"Wir sind eine autonome Kleingruppe, die sich alleinig zum Zweck dieser Aktion zusammengefunden hat", hieß es in einer Mitteilung. Ein Teil der Waffen, die die Türkei bei der Offensive verwende, stamme aus Deutschland. Einige Komponenten des Panzers Leopard 2 seien im Kasseler Werk gefertigt worden. KMW äußerte sich zunächst nicht zu der Aktion.

Die Polizei griff am Morgen nicht ein. Sie setzte nach eigenen Angaben auf Verhandlungen. Es gebe aber keine Gesprächsbereitschaft der Aktivisten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen. Zudem dokumentiere man die Ereignisse im Bezug auf eventuelle Straftaten.

Die Einsatzkräfte bereiteten am Mittag eine Räumung des besetzten Dachs vor. Ein Leiterwagen der Kasseler Feuerwehr wurde in Position gebracht.

dpa

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