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Politik Polizistin sagt in Lübcke-Prozess zu Messerattacke aus
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11:57 24.11.2020
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand.
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Dabei ging es um einen weiteren Anklagepunkt gegen den 47 Jahre alten Deutschen Stephan Ernst: den Messerangriff auf einen irakischen Flüchtling im Jahr 2016. Der heute 27 Jahre alte Mann war bei dem Angriff unweit einer Flüchtlingsunterkunft schwer verletzt worden.

Die Beamtin schilderte die Ergebnisse einer Durchsuchung bei Ernst, bei der im vergangenen Sommer drei Fahrräder und fünf Messer sowie Bekleidung sichergestellt worden waren. Nach einem Hinweis aus der Sonderkommission, die den Mord an Lübcke untersucht hatte, sei auch der Anfangsverdacht gegen Ernst im Zusammenhang mit dem Messerangriff ermittelt worden. Der Tatort habe sich auf halber Strecke zwischen dem Wohnort Ernsts und seiner Arbeitsstätte befunden, sagte sie. Auch zur Auswertung von Bildern einer Sicherheitskamera, die einen Fahrradfahrer in der Nähe des Tatortes zeigten, sagte die Polizistin aus.

In seiner Zeugenaussage vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hatte der auch als Nebenkläger auftretende Iraker Ende Oktober geschildert, dass er noch immer unter den Folgen der Tat leide und aufgrund der anhaltenden gesundheitlichen Probleme auch nicht arbeitsfähig sei. Bei den Zeugen, die vor dem OLG-Staatsschutzsenat aussagen, handelt es sich um drei Polizeibeamte sowie eine Dolmetscherin.

Die Anklage wirft Ernst vor, im Juni 2019 den CDU-Politiker Lübcke auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen zu haben. In dem Verfahren ist außerdem Ernsts früherer Arbeitskollege Markus H. wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Tatmotiv aus.

dpa