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Politik Pilotprojekt: Arztpraxen beteiligen sich an Corona-Impfungen
Mehr Hessen Politik Pilotprojekt: Arztpraxen beteiligen sich an Corona-Impfungen
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17:11 10.03.2021
Eine Impfung wird in einer Arztpraxis vorbereitet.
Eine Impfung wird in einer Arztpraxis vorbereitet. Quelle: Ralf Hirschberger/ZB/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

In Hessen wird ein Pilotprojekt für Corona-Schutzimpfungen in niedergelassenen Arztpraxen gestartet. 50 Praxen im Land sollen dabei eingebunden werden, teilten Sozialminister Kai Klose (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden mit. Die Mediziner können sich freiwillig für die Teilnahme melden. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) sei bereits auf die Ärzteschaft zugegangen.

Nach den derzeit vorliegenden Informationen werde im zweiten Quartal erwartet, dass pro Tag Impfstoff für rund 64 000 Impfungen verfügbar ist, erklärten die Minister. Die hessischen Impfzentren inklusive der mobilen Teams hätten eine Kapazität von täglich bis zu 50 000 Impfungen. Um den Impfstoff möglichst schnell zu verwenden, sei es daher wichtig, dass die Ärzte landesweit eingebunden werden.

In dem Modellvorhaben sollen den Angaben zufolge bis Ende März zunächst rund 10 000 Impfdosen bereitgestellt und in zunächst 50 niedergelassenen Arztpraxen verabreicht werden. Die Praxen sind für den Impfstoffbezug und die Dokumentation jeweils an ein Impfzentrum angebunden. Die niedergelassenen Ärzte sollen die zu impfenden Personen nach der Priorisierungsreihenfolge eigenverantwortlich auswählen.

Auch bei den Impfterminen zu Hause sollen die Hausärzte in dem Pilotprojekt eingesetzt werden, kündigten die Minister an. Die Impfzentren könnten dann regional niedergelassene Ärzte beauftragen, diese Impfungen zu verabreichen. Die Impfzentren könnten dazu die Daten der Menschen abrufen, die sich für die Impfung zu Hause gemeldet haben. Der Zugang sei datenschutzkonform sichergestellt. Nach Absprache mit den Impfzentren könnten damit neben den mobilen Impfteams auch niedergelassene Ärzte die Menschen zu Hause impfen. Der benötigte Impfstoff werde dafür von den Impfzentren zur Verfügung gestellt.

Rund 57 000 hessische Senioren über 80 Jahre können ihre Corona-Impfung zu Hause erhalten. Die Impfzentren erhielten nach Angaben des Innenministeriums am Mittwoch die erforderlichen Listen mit Namen und Adressen der dafür angemeldeten Impfkandidaten. Die Betroffenen würden danach schriftlich von den Impfzentren über ihren Termin und den damit verbundenen Hausbesuch informiert. Eine separate Anmeldung sei nicht mehr nötig. Hintergrund für die Wartezeit auf die Termine zur Corona-Impfung zu Hause seien datenschutzrechtliche Aspekte gewesen.

Hessen hat nach Angaben der Minister mittlerweile eine Corona-Impfquote bei den Erstimpfungen von 6,6 Prozent. Rund 414 000 Bürger seien einmal geimpft worden. Auch bei den Zweitimpfungen werde Hessen in den nächsten Tagen messbar aufholen. Dort liegt die Quote derzeit bei 2,9 Prozent - bundesweit liegt sie bei 3,1 Prozent.

Die für Lockerungen der Corona-Maßnahmen wichtige Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Hessen unterdessen weiter an. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch berichtete, liegt sie aktuell bei 69,2 (Stand 3.12 Uhr). Am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner in den zurückliegenden 7 Tagen bei 68,7 gelegen.

Laut RKI kamen bis Mittwochnacht 857 neue Fälle in Hessen dazu. 21 Menschen starben in Verbindung mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle stieg damit insgesamt auf 5983. Die Zahl der aktuell aktiven Fälle in Hessen liegt laut RKI bei 9400.

Auf den Intensivstationen des Landes wurden nach Daten des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 260 Covid-19-Patienten behandelt. 131 davon wurden beatmet (Stand Mittwoch 16.19 Uhr). Von den 1970 verfügbaren Intensivbetten im Bundesland waren 1692 belegt.

© dpa-infocom, dpa:210310-99-767639/2

dpa