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Politik Opferbeauftragter von Hanau: Krisenbewältigung braucht Zeit
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12:43 22.04.2020
Helmut Fünfsinn. Quelle: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
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Hanau/Volkmarsen

"Die Betroffenen sind in Teilen gar nicht böse darüber, dass die Aufmerksamkeit jetzt woanders ist, weil sie sich dann auf sich selbst konzentrieren können. Das ist dann vielleicht auch für die Verarbeitung positiv", sagt der Opferbeauftragte des Landes Hessen, Helmut Fünfsinn. Aber jeder reagiere anders: "Es gibt daher auf der anderen Seite auch Personen, die sagen: Mir fehlt die Aufmerksamkeit. Jeder kümmert sich nur noch um Corona."

Ein 43 Jahre alter Deutscher hatte am 19. Februar in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später wurden er und seine Mutter tot in ihrer Wohnung gefunden. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus. Keine Woche später soll ein 29 Jahre alter Deutsche bei einem Karnevalsumzug im nordhessischen Volkmarsen absichtlich ein Auto in eine Menschenmenge gefahren haben. Dutzende Menschen, darunter viele Kinder, wurden verletzt.

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Fünfsinn und sein Team kümmern sich um Betroffene und Opfer beider Vorfälle. "Das Problem ist: Eine Krise kann nicht am Tag danach bewältigt sein", betont er. "Menschen gehen ja sehr unterschiedlich mit den Dingen um. Bei dem einen ist sofort eine unheimliche Betroffenheit da, die schwierig in den Griff zu bekommen ist. Bei anderen kommt es dann zu einem viel späteren Zeitpunkt." So etwas zu verarbeiten sei keine Sache von Tagen oder Wochen, "sondern gegebenenfalls von Monaten und bei einem Trauma vielleicht sogar von Jahren."

Dass die Taten von Hanau und Volkmarsen so kurz hintereinander folgten, das sei schon sehr schwierig gewesen, sagt Fünfsinn zu seiner Aufgabe. "Aber wir haben uns den Dingen gestellt und lernen für die Zukunft und hoffen natürlich, dass wir demnächst keine solchen Ereignisse haben werden, das wäre für alle gut."

dpa

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