Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Corona-Variante könnte über Frankfurt ins Land gekommen sein
Mehr Hessen Politik Corona-Variante könnte über Frankfurt ins Land gekommen sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 27.11.2021
Anzeige
Frankfurt/Main/Wiesbaden

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deutschland angelangt - und dürfte über den Frankfurter Flughafen ins Land gekommen sein. Hessens Sozialminister Kai Klose machte am Samstag auf Twitter einen Fall mit einem "hochgradigen Verdacht" bekannt. Nach Angaben des Ministeriums kam am 21. November eine Person aus Südafrika am Airport an. Sie sei vollständig geimpft gewesen, habe dann im Laufe der Woche Symptome entwickelt und sich testen lassen.

Bei dem Reiserückkehrer ermittelte die Virologin Sandra Ciesek nach Angaben des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt mehrere typische Merkmale der neuen Variante. Die vollständige Sequenzierung werde am Montag erwartet. Das Gesundheitsamt stehe im direkten Kontakt mit der sich in häuslicher Isolation befindlichen Person. Es seien vor Ort alle nötigen Maßnahmen getroffen worden, um schnell zu klären, wer infiziert sei und wer in Quarantäne müsse.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gibt, kann es laut WHO noch Wochen dauern. Impfstoffhersteller untersuchen die Variante bereits und prüfen, ob Anpassungen bei Vakzinen erforderlich werden.

Das hessische Sozialministerium in Wiesbaden betonte, zum Zeitpunkt der Ankunft der Person sei Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft gewesen. Ab Sonntag, 0.00 Uhr, hat die Bundesregierung wegen der Variante Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho als Virusvariantengebiet eingestuft. Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene.

Minister Klose teilte weiter mit: "Bitte schützen Sie sich und ihre Mitmenschen." Wer in der vergangenen Woche aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt sei, solle seine Kontakte einschränken und sich testen lassen. Das Frankfurter Gesundheitsamt erklärte, derzeit würden alle Reisenden aus Südafrika und Namibia getestet, sofort nachdem sie am Frankfurter Flughafen ausgestiegen seien. Bei den bisherigen Tests seit dem Start dieser Maßnahmen am Flughafen seien keine Reisenden positiv getestet worden.

"Wie mit den vorherigen Coronavirus-Varianten auch, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Omikron-Variante bei uns ist", teilte der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) mit. Die neue Variante bedeute, dass sämtliche Vorsichtsmaßnahmen - das Minimieren von Kontakten, das Tragen von Masken, das Halten von Abstand - "jetzt doppelt und dreifach ernst genommen werden müssen".

© dpa-infocom, dpa:211127-99-167249/3

dpa