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Politik Offenbach: Rückkehr zu verschärften Corona-Maßnahmen
Mehr Hessen Politik Offenbach: Rückkehr zu verschärften Corona-Maßnahmen
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18:36 03.08.2020
Felix Schwenkle (SPD), Oberbürgermeister von Offenbach. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Offenbach

Nach einem starken Anstieg der Covid-19-Fälle in Offenbach hat die Stadt mit der Rückkehr zu schärferen Maßnahmen reagiert. Es solle mehr Kontrollen geben, um "Maskenverweigerer" zu erreichen, sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes. Verpflichtende Testungen für Rückkehrer aus Risikogebieten, die bundesweit in dieser Woche erwartet werden, sollen in Offenbach schon jetzt gelten. Ordnungsdezernent Peter Freier kündigte an, Verstöße gegen Corona-Schutzmaßnahmen sollten mit Bußgeldern geahndet werden, die auch "im Geldbeutel weh tun". Gleichzeitig wäre man schlecht beraten, "gleich die ganze Stadt dicht zu machen", sagte er.

Offenbach hat am Wochenende den Schwellenwert von 35 Erkrankten pro 100 000 Einwohnern überschritten. Das Eskalationskonzept des Landes sieht neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor, wenn die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 35 überschreitet. Die gestiegenen Fallzahlen in Offenbach werden vor allem auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten sowie auf ein Einzelereignis, nämlich eine Busfahrt zu einer niederländischen Käsefabrik, zurückgeführt.

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Auf der Sitzung sei ein Verbot von Grillen und Picknicks auf öffentlichen Flächen beschlossen worden. Gemeinsamer Sport ist nur kontaktlos für maximal zehn Menschen oder Mitglieder eines gemeinsamen Haushaltes und mit 1,5 Metern Abstand erlaubt. Bei städtischen Veranstaltungen oder Kulturveranstaltungen in städtischen Räumen werde zur fünf-Quadratmeter-Regel zurückgekehrt.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) sagte, bei den 46 Krankheitsfällen, die Offenbach über den Schwellenwert gebracht hätten, seien nur in sechs Fällen die Ansteckungswege nicht bekannt. Insgesamt 21 Erkrankte befanden sich den Angaben zufolge bereits in Quarantäne. Die Behörden gehen von weiteren Erkrankungen aus, verwiesen aber darauf, dass sich 410 weitere Kontaktpersonen der Erkrankten derzeit in Quarantäne befänden. Der Krisenstab der Stadt werde bis auf weiteres täglich zusammentreten, hieß es.

Einen Anstieg der Coronafälle gab es auch in Wiesbaden nach einem privaten Sommerfest mit mindestens 100 Teilnehmern. Die betroffenen Gäste seien zu einem großen Teil bereits ermittelt, getestet und einige unter Quarantäne gestellt worden, teilte die hessische Stadt am Montag mit. Bislang seien 18 positive Fälle gemeldet worden, weitere Testergebnisse stünden noch aus. Das Gesundheitsamt muss nach Angaben der Stadt nun sämtliche Kontaktpersonen der Betroffenen ermitteln. Das sei "enorm aufwendig", da seit dem Fest bereits einige Tage vergangen und Gäste zum Teil in den Urlaub gefahren seien.

dpa