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Neue hessische First Lady will keine «Landesmutter» sein
Neue hessische First Lady will keine «Landesmutter» sein
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08:37 31.07.2022
Tanja Raab-Rhein.
Tanja Raab-Rhein. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Wiesbaden/Frankfurt (dpa/lhe)

Die Wahl ihres Mannes zum Ministerpräsidenten hat auch das Leben von Tanja Raab-Rhein durcheinander gewirbelt. Die 50-Jährige ist seit Ende Mai die neue First Lady von Hessen - mit der Bezeichnung kann sie allerdings nicht viel anfangen. Den Begriff «Landesmutter» mag sie noch weniger, wie die Juristin im Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Sie sei einfach die Frau des hessischen Ministerpräsidenten, sagte die 50-Jährige, die weiter ihrem Beruf nachgeht. Mit ihrem Mann verbinde sie eine Partnerschaft auf Augenhöhe: «Wir haben zusammen studiert, wir haben dieselbe Ausbildung genossen.»

Raab-Rhein ist Vorsitzende Richterin am Landgericht Frankfurt. Dort entscheidet sie Fälle aus dem Bau- und Insolvenzrecht, eine Aufgabe, die sie sehr erfüllt, wie sie erzählt. Ihren Beruf wolle sie auf jeden Fall weiter ausüben, auch nächstes Jahr, wenn der Landtagswahlkampf ansteht.

Gleichzeitig ist sie als Frau des Ministerpräsidenten nun bei offiziellen Terminen mehr gefragt. Auch mehrere Schirmherrschaften übernimmt sie von ihrer Vorgängerin Ursula Bouffier, darunter die Rheuma-Liga Hessen und das Müttergenesungswerk Hessen. Zudem will sie sich für mehr Aufklärung über seltene Krankheiten engagieren. Die Leidensgeschichte eines nahen Verwandten habe ihr gezeigt, wie schwer es sei, eine richtige Diagnose und dadurch Hilfe zu erhalten.

Boris Rhein hat sie mit Anfang 20 beim Jura-Studium in Frankfurt kennengelernt. Liebe auf den ersten Blick sei es nicht gewesen. Ihr heutiger Mann sei in der Jungen Union gewesen. «Er war mir zu konservativ», erinnert sie sich. Später habe sie ihn dann doch ganz nett gefunden. Und dann stellte sich auch noch heraus, dass beide am selben Tag geboren wurden.

Inzwischen ist Raab-Rhein selbst in der CDU, seit der Hochzeit sind 22 Jahre vergangen. Das Paar hat zwei Söhne, 11 und 19 Jahre alt, die Familie lebt im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. Boris Rhein (CDU) wurde am 31. Mai im hessischen Landtag zum Nachfolger von Volker Bouffier (CDU) gewählt.