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Politik Mehr geöffnete Geschäfte und Videovorlesungen für Studenten
Mehr Hessen Politik Mehr geöffnete Geschäfte und Videovorlesungen für Studenten
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18:42 20.04.2020
Eine Mitarbeiterin eines Buchladens geht Bestände durch. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Gießen

Eine neue Phase des Lebens in der Corona-Krise hat in Hessen begonnen. Es gibt erste Lockerungen. So durften Geschäfte mit weniger als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder öffnen - unter strikter Anwendung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) forderte am Montag von der Bevölkerung aber weiter hohe Disziplin: "Die Gefahr dauert an. Und deshalb müssen wir auch in Zukunft weiter besonnen bleiben."

HOCHSCHULEN - Zoom-Konferenzen und Video-Vorlesungen statt Hörsaal und Mensa: An den hessischen Universitäten und Hochschulen hat das Sommersemester 2020 am Montag während der Corona-Pandemie unter besonderen Voraussetzungen begonnen. Die Lehrveranstaltungen an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität finden "erstmalig vollständig in virtueller Form" statt, wie die Universität mitteilte. Auch unter anderem die Technische Universität (TU) in Darmstadt, die Justus-Liebig-Universität in Gießen, die Philipps-Universität in Marburg oder die Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden gaben den zunächst ausschließlichen Umstieg auf digitale Lehre bekannt.

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WÄSCHEGUMMI STATT FRÜHJAHRSMODE - Nur ganz allmählich füllte sich am Montag wieder die Frankfurter Einkaufsmeile Zeil. Viele vor allem größere Geschäfte blieben weiterhin geschlossen. Doch auch Läden, die kein Problem mit der Mindestgröße hatten, starteten am ersten Tag der Lockerungen noch nicht sofort. In den Modegeschäften blieb der Kundenandrang überschaubar, vor einem Kurzwarengeschäft dagegen bildete sich eine lange Schlange: Viele Kundinnen waren auf der Suche nach Wäschegummi für selbstgenähte Mundschutzmasken.

FRACHT STATT PASSAGIERE - Während die Corona-Krise den weltweiten Passagierverkehr nahezu zum Erliegen gebracht hat, bricht die reine Frachtfliegerei derzeit Rekorde. Die transportierten Güter werden dringend gebraucht, um Menschen vor den Viren zu schützen und die unterbrochenen Produktionsketten der Industrie wieder in Schwung zu bringen. Allerdings fehlen die Transportkapazitäten der Passagierflugzeuge, die zu normalen Zeiten rund 40 Prozent der Frachtmenge schlucken und auch in entlegenere Winkel der Weltwirtschaft fliegen. In der Woche vor Ostern zählte der Frankfurter Flughafen 610 reine Frachtflüge - rund 200 mehr als im Jahresschnitt 2019.

KARTENRÜCKGABE STATT STADIONBESUCH - Am Montag ist die Rückabwicklung der Tageskarten für Eintracht Frankfurt angelaufen, die der Dauerkarten ist vom 4. Mai an möglich. Im Falle der Auswärtsspiele kann nur der Kartenpreis rückerstattet werden. Ansonsten bietet Eintracht Frankfurt den Fans zur Rückabwicklung von Dauer- und Tageskarten für die ausstehenden fünf Saison-Heimspiele in der Fußball-Bundesliga mehrere Optionen an. Wie der Club am Montag mitteilte, können die Karteninhaber statt einer Rückerstattung von Geld mit einer Spende die Eintracht-Kampagne "Auf jetzt!" zugunsten von fünf Institutionen unterstützen. Darüber hinaus sind entweder die Ausstellung eines Gutscheins in Höhe des zustehenden Wertes oder der Verzicht auf eine Rückzahlung möglich.

INFIZIERTE - In Hessen haben sich mittlerweile nachgewiesen 7228 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das seien 81 Fälle mehr als noch am Vortag, teilte das Sozialministerium in Wiesbaden am Montag mit (Stand: 14.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle stieg um 15 auf 246. Hessens größte Stadt Frankfurt meldete mit 1079 Fällen weiterhin die meisten Infektionen im Bundesland. Von den hessischen Erkrankten werden 1295 stationär in Krankenhäusern behandelt.

HILFE FÜR VEREINE - Alle 41 000 gemeinnützigen Vereine in Hessen können eine Fördersumme vom Land von bis 10 000 Euro beantragen. Das Geld kann für die Nachwuchsarbeit, Mieten und Betriebskosten sowie Ausgaben für die Instandhaltungen und ausgefallene Aufträge verwendet werden. "Wir möchten, dass das Vereinsleben aufrechterhalten werden kann", begründete Bouffier die Fördermittel des Landes. Das Geld kann ab dem 1. Mai 2020 bei dem jeweils zuständigen Ministerium online beantragt werden.

GROSSVERANSTALTUNGEN - Großveranstaltungen sind bis Ende August grundsätzlich verboten. Auch danach hält Hessens Regierungschef eine Größenordnung von über 100 Leuten für sehr unrealistisch. Bouffier macht sich für einen bundesweit einheitlichen Rahmen bei der Definition von Großveranstaltungen stark.

dpa

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