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Politik Mit Hanau-Gedenkfeier Zeichen gegen Rassismus setzen
Mehr Hessen Politik Mit Hanau-Gedenkfeier Zeichen gegen Rassismus setzen
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16:23 05.02.2021
Volker Bouffier (CDU) gestikuliert bei seiner Regierungserklärung.
Volker Bouffier (CDU) gestikuliert bei seiner Regierungserklärung. Quelle: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

"In unserer Gesellschaft darf kein Platz für Menschen sein, die Gewalt und Rassismus verbreiten - der schreckliche Anschlag von Hanau wird uns immer Mahnung dafür sein", betonten Bouffier und und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Freitag. "Ein Jahr nach der Tat wollen wir gemeinsam der Opfer gedenken. Sie sind und werden niemals vergessen."

Am 19. Februar vergangenen Jahres hatte der 43-jährige Deutsche Tobias R. neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Zuvor hatte der Mann Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Nach der Tat soll der 43-Jährige seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete.

An der Gedenkfeier am 19. Februar werden neben Bouffier und Kaminsky auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der ehemalige Fußball-Nationalspieler Rudi Völler als Ehrenbürger der Stadt Hanau teilnehmen. Die Gedenkfeier soll unter Beachtung aller Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie mit rund 50 geladenen Gästen im Congress Park Hanau stattfinden. Neben einem kurzen Film, der sich den Ereignissen des 19. Februar 2020 widmet, sind den Angaben zufolge auch persönliche Videoansprachen der Opferfamilien geplant.

Symbolisch und in Erinnerung an jedes der neun Opfer soll eine frei stehende und beleuchtete Namenssäule auf der Bühne stehen. Zum Ende der Gedenkfeier werden nach Angaben von Bouffier und Kaminsky um 19.02 Uhr alle Glocken der Stadt läuten. Daneben soll es am Gedenktag viele Aktionen gegen Rassismus in Hanau geben, an denen sich Vereine, Unternehmen, Schulen und Religionsgemeinschaften beteiligen.

"Wir ermöglichen trotz der schwierigen Umstände ein würdiges Gedenken", betonten Bouffier und Kaminsky. "In dieser Form möchten wir gemeinsam an die Opfer der Tat erinnern und gleichzeitig ein Zeichen gegen Rassismus, Hass und Hetze setzen." Das Schicksal der neun Menschen, die dem rassistischen Anschlag zum Opfer gefallen sind, sei mit der Stadt Hanau verbunden und werde es bleiben, erklärte der Oberbürgermeister. "Daher werden wir am ersten Jahrestag der Gräueltaten als Stadt Hanau auf der Seite 'hanau-steht-zusammen.de' ein digitales Denkmal eröffnen."

© dpa-infocom, dpa:210205-99-319773/3

dpa