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Misshandlung und Gewalt: Mehr Fälle von Kindeswohlgefährdung
Misshandlung und Gewalt: Mehr Fälle von Kindeswohlgefährdung
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13:39 03.08.2022
Ein Junge kauert sich auf seinem Bett zusammen.
Ein Junge kauert sich auf seinem Bett zusammen. Quelle: Nicolas Armer/dpa/Illustration
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Wiesbaden (dpa/lhe)

Die hessischen Jugendämter haben im vergangenen Jahr in 5134 Fällen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt - das waren so viele wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2012. Der Zuwachs im Vergleich zum Jahr zuvor beträgt demnach ein Prozent, teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Zugrunde liegen Gefährdungseinschätzungen, die die Ämter durchführen. Davon gab es im vergangenen Jahr insgesamt 15.408, das waren 200 weniger als 2020.

Festgestellt worden sei in 2679 Fällen eine akute und in 2455 Fällen eine latente Kindeswohlgefährdung, berichtete das Landesamt. Ursache waren in 48 Prozent psychische Misshandlungen, in 47 Prozent Vernachlässigung, in 25 Prozent körperliche Misshandlungen und in 5 Prozent Anzeichen sexueller Gewalt.

Vorläufige Schutzmaßnahmen wie Inobhutnahme oder Herausnahme aus einem Heim oder der Familie ordneten die Ämter für Kinder und Jugendliche in 4214 Fällen an. Ursache waren den Angaben zufolge überforderte Eltern (35 Prozent), unbegleitete Einreisen aus dem Ausland (32 Prozent) sowie Anzeichen für Vernachlässigung (13 Prozent) oder körperliche Misshandlungen (14 Prozent). Der Anstieg von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr sei auf mehr unbegleitete Einreisen aus dem Ausland zurückzuführen. In 873 Fällen wurde Eltern das Sorgerecht für ihr Kind vollständig oder teilweise entzogen, dies waren fünf Prozent mehr Fälle als im Jahr zuvor.