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Politik Missbrauchsopfer rechnen mit niedrigen Anerkennungszahlungen
Mehr Hessen Politik Missbrauchsopfer rechnen mit niedrigen Anerkennungszahlungen
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17:14 23.09.2020
Matthias Katsch, Sprecher des Opfervereins "Eckiger Tisch"Weg» im Fokus. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Fulda

Für angemessen hielte die Opferinitiative nach Katschs Worten Zahlungen in sechsstelliger Höhe, zumal viele Betroffene beispielsweise von Berufsunfähigkeit betroffen seien.

In Fulda läuft seit Dienstag die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Der DBK-Vorsitzende und Limburger Bischof Georg Bätzing hatte am ersten Versammlungstag eine Einigung auf konkrete Anerkennungszahlungen für die Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Priester in Aussicht gestellt. Dabei werde man sich an gerichtlichen Urteilen zu Schmerzensgeldern orientieren. Noch kritischer als die Summen sieht Katsch aber die Verfahren, denen sich die Opfer unterziehen müssten, um die Zahlungen auch erhalten zu können. Hier sei eine "tiefe Retraumatisierung" in unprofessionellen Settings zu befürchten.

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Die Initiative "Eckiger Tisch" beklagt auch, dass die Kirche mit den Anerkennungszahlungen hinter die ursprünglich diskutierten Entschädigungen zurückfalle, die eine Schuldanerkenntnis beinhaltet hätten. Aus Katschs Sicht wäre es angesichts der Vielzahl der Fälle angemessen, wenn die deutschen Bischöfe geschlossen dem Papst ihren Rücktritt anbieten würden, um so Verantwortung für das "System von Missbrauch und Vertuschung" zu übernehmen.

dpa