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Politik Missbrauch in Kirche: Protest gegen schleppende Aufarbeitung
Mehr Hessen Politik Missbrauch in Kirche: Protest gegen schleppende Aufarbeitung
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18:11 12.05.2021
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Frankfurt/Main

Mit übergroßen Figuren und Tafeln, die an die zehn Gebote erinnern, hat ein Aktionsbündnis in Frankfurt gegen die schleppende Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in den Kirchen protestiert. In Frankfurt beginnt an diesem Donnerstag der Ökumenische Kirchentag. Die Figuren zeigen unter anderem einen Bischof in der Hängematte als Symbol für das nach Ansicht der Protestierer zu langsame Agieren der Katholischen wie der Evangelischen Kirche. Das Aktionsbündnis versteht dies als Appell an die Kirchentagsteilnehmer, sich stärker zu engagieren. Kirchliche Laien hätten die Aufarbeitung zu lange Bischöfen und Kirchenleitungen überlassen, hieß es in einer Mitteilung von Mittwoch.

In den vergangenen Monaten hatte es Kritik an den Kirchen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegeben. So war etwa ein vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki in Auftrag gegebenes Missbrauchsgutachten zunächst unter Verschluss gehalten worden. Woelki hielt das Gutachten nach eigenen Angaben für mängelbehaftet und nicht rechtssicher und wolte es deshalb nicht veröffentlichen. Diese Entscheidung hat eine schwere Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum ausgelöst.

Die Protest-Figuren sollen bis zum Ende des Kirchentags am kommenden Sonntag in der Frankfurter Innenstadt stehen bleiben. Organisatoren sind Betroffeneninitiativen und die Giordano Bruno-Stiftung aus dem rheinland-pfälzischen Oberwesel. 

© dpa-infocom, dpa:210512-99-575124/2

dpa