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Politik Land plant Regel-Schulbetrieb nach den Ferien
Mehr Hessen Politik Land plant Regel-Schulbetrieb nach den Ferien
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12:22 12.07.2021
Alexander Lorz (CDU), Bildungsminister von Hessen, spricht.
Alexander Lorz (CDU), Bildungsminister von Hessen, spricht. Quelle: Sven Braun/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Nach den Sommerferien soll der Schulbetrieb in Hessen landesweit und in allen Schulformen im Präsenzunterricht starten - allerdings unter zunächst verschärften Corona-Regeln. Dazu zählt mit Blick auf Reiserückkehrer für die ersten zwei Wochen des neuen Schuljahres eine erhöhte Testfrequenz von derzeit zwei auf drei Tests pro Woche und Maskenpflicht auch am Platz während des Unterrichts. Das kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Montag in Wiesbaden an.

Demnach sollen die Schulen nach den Ferien ab dem 30. August regulären Betrieb an fünf Tagen die Woche für alle Schülerinnen und Schüler anbieten - ohne gravierende Einschränkungen. Diese Pläne würden mit der Hoffnung geschmiedet, "dass die positive Pandemielage ebenso anhält wie die Impfung der Bevölkerung".

"Wir alle kennen die Problematik der Urlaubsrückkehrer und ihren Einfluss auf die Infektionslage aus dem vergangenen Jahr", erläuterte der Minister. "Deshalb haben wir uns entschlossen, die Vorkehrungen für einen Übergangszeitraum noch einmal zu verschärfen." Denn der Schulstart sei entscheidend für den weiteren Verlauf des Schuljahrs.

Allerdings habe sich die Lage in diesem Jahr im Vergleich zum zurückliegenden wesentlich verbessert, da es inzwischen unter anderem Selbsttests und Impfungen gebe. Das Land gehe davon aus, dass die Quote der impfwilligen Lehrer bei 80 Prozent liege, sagte Lorz. Allerdings dürfe der Dienstherr den Impfstatus nicht erheben, eine Impfpflicht sei nach wie vor nicht geplant. "Zum Schuljahresbeginn werden in Hessen alle Lehrkräfte, die dies wollen, vollständig geimpft sein."

Lorz erklärte, je mehr Menschen im Schulumfeld geimpft seien, desto stärker würden Kinder und Jugendliche geschützt, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt oder die noch keine Impfung bekommen haben. Sollte die Ständige Impfkommission ihre Einschätzung ändern und eine breit angelegte Impfung für 12- bis 16-Jährige empfehlen, könne das Land kurzfristig Impfaktionen starten, sagte Lorz. "Bis dahin rufe ich alle Eltern dazu auf, mit ihren Kinder- und Jugendärzten die Möglichkeiten einer individuellen Impfung zu besprechen."

Lorz betonte, dass nach wie vor Corona-Regeln an den Schulen gelten - dazu zähle die Maskenpflicht im Gebäude etwa auf den Gängen. Hier seien künftig medizinische Masken vorgeschrieben - Stoffmasken reichten nicht mehr aus. Ab einer regionalen Inzidenz von 50 gilt auch wieder am Platz eine Maskenpflicht.

"Die erfolgreich erprobten Antigen-Selbsttests werden auch im neuen Schuljahr beibehalten", kündigte Lorz an. Die Teilnahme am Präsenzunterricht werde weiterhin nur für Menschen möglich sein, die getestet, geimpft oder genesen sind. Der Minister appellierte an alle Familien, sich bei der Rückkehr aus dem Urlaub vor dem ersten Schultag testen zu lassen.

Lorz betonte, dass das richtige und regelmäßige Lüften das "A und O für einen sicheren Unterricht" sei. Die derzeit intensiv diskutierten Luftreinigungsanlagen könnten dabei unter gewissen Bedingungen unterstützen. "Ersetzen können sie das Lüften aber nicht, wie neuste Studien zeigen." Das Land unterstütze die Schulträger auch künftig bei der Anschaffung von Luftfiltern.

Der Minister führte aus, dass die Pläne für das neue Schuljahr gemeinsam mit Vertretern von Lehrern, Eltern und Schülern gefasst worden seien. Das Ministerium brüte das nicht mit wenigen Leuten am grünen Tisch aus, sagte Lorz.

© dpa-infocom, dpa:210711-99-341959/4

dpa