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Politik Mehr als 200 Häftlinge beginnen Lehre
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10:13 23.11.2019
Ein Auszubildender arbeitet in der Tischlerei einer Justizvollzugsanstalt. Quelle: Carsten Rehder/Archiv
Frankfurt/Main

In den hessischen Gefängnissen haben 2019 fast 240 Häftlinge eine Ausbildung begonnen. Rund 80 konnten in diesem Jahr einen Berufsabschluss erwerben, wie aus Antworten des Justizministeriums auf SPD-Landtagsanfragen hervorgeht. Die Häftlinge können sich unter anderem zu Köchen, Tischlern, Fleischern oder Metallbauern ausbilden lassen, außerdem zu Bäckern, Mediengestaltern, Malern und Lackierern, Kfz-Mechatronikern, Änderungsschneider oder Industriekaufleuten. Viele schaffen es aber auch nicht bis zum Abschluss: In diesem Jahr brachen bislang 75 Häftlinge ihre Ausbildung ab.

"Ein Großteil der Ausbildungsmaßnahmen, insbesondere im Jugendvollzug, wird in eigener Regie mit eigenen Kräften, in der Regel mit Bediensteten des Werkdienstes mit Meisterbefähigung, durchgeführt", erläuterte das Ministerium. Die Justizvollzugsanstalten arbeiten zudem mit externen Bildungsträgern zusammen. Diese erhielten vom Land in diesem Jahr fast 937 000 Euro Fördermittel, hinzu kamen 473 700 EU-Gelder. In den hessischen Justizvollzugsanstalten sitzen derzeit rund 4500 Menschen eine Haftstrafe ab.

Das Berufsbildungsangebot steht nach Angaben eines Ministeriumssprechers "grundsätzlich allen arbeits- und bildungsfähigen Gefangenen offen". Ein wesentliches Ziel des Vollzuges sei es ja, diese unter anderem durch berufliche Aus- und Fortbildung soweit zu qualifizieren, "dass sie auf dem freien Arbeitsmarkt bessere Vermittlungschancen haben und ihr Leben ohne Straftaten meistern". Jugendlichen mit Schulabschluss werden demnach geeignete Berufsausbildungen angeboten. Erwachsenen würden ebenfalls Bildungsvorschläge gemacht. "Ein wesentliches Kriterium für die Durchführung von Bildungsmaßnahmen ist neben der individuellen Eignung des jeweiligen Gefangenen aber natürlich auch die Vollzugsdauer."

Neben Ausbildungsangeboten gibt es Möglichkeiten zur Umschulung für Gefangene, "die aufgrund der begangenen Straftaten oder aus sonstigen Gründen keine realistische Chance haben, nach der Entlassung in dem gelernten Beruf wieder eine Anstellung zu finden". Unklar ist laut Ministerium, wie viele Insassen nach ihrer Haft einen regulären Job finden: Da die Datenerfassung mit der Entlassung endet, könne dazu keine valide Aussage getroffen werden.

Auch die Bundesagentur für Arbeit hat dazu keine Statistik, entsprechende Daten werden nicht erhoben, wie eine Sprecherin der Regionaldirektion Hessen sagte. Pauschale Aussagen dazu, ob es Ex-Häftlinge bei der Jobsuche generell schwieriger haben als andere, seien nicht möglich. Das hänge vom Einzelfall ab, von der Sozialprognose oder der Schwere des begangenen Deliktes sowie von der Bereitschaft der Arbeitgeber, ehemalige Strafgefangene einzustellen.

dpa

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