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Politik Task Force mit Abschlussbericht: Mängel bei Awo Hessen-Süd
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13:02 02.11.2020
Das Logo der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist an einem Gebäude im Ostend der Stadt zu sehen. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Nachdem der Abschlussbericht einer Task Force erhebliche Mängel beim Bezirksverband Hessen-Süd der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aufgezeigt hat, soll es dort nun einen Neuanfang geben. Der Verband sei in einer Krise, erklärte der Bezirksausschuss am Montag in Frankfurt. Deshalb sei ein personeller Neubeginn nötig, hieß es mit Blick auf die am 28. November anstehenden Vorstandswahlen.

Der abschließende Bericht hatte laut dem Bezirksverband "sehr deutlich" die Geschäfte in der Vergangenheit kritisiert, die nicht zum Wohle des Verbands getätigt worden seien. Dazu gehöre etwa der Verkauf zweier Immobilien. Als ebenso kritisch seien Darlehen von Privatpersonen an die Awo bewertet worden, hieß es. Zudem gebe es Aufklärungsbedarf, etwa mit Blick auf die die geschäftlichen Verbindungen des ehemaligen Generalbevollmächtigten.

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Die Task Force unter der Leitung der früheren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin war im Februar beauftragt worden, Missstände und Unklarheiten beim Bezirksverband aufzuklären und Empfehlungen für mögliche Konsequenzen vorzulegen. Nach Auffassung des Bezirksausschusses sollen Schadensersatzansprüche geprüft und künftig enger mit dem Bundesverband zusammengearbeitet werden.

Auslöser waren der Skandal um überhöhte Gehälter und Luxus-Dienstwagen bei der Frankfurter Awo sowie ungerechtfertigte Spenden an den mit Frankfurt personell verflochtenen Kreisverband Wiesbaden. Diese Vorgänge wurden in dem jetzigen Bericht aber nicht berücksichtigt. Gegen mehrere Verantwortliche der Frankfurter Awo ermittelt die dortige Staatsanwaltschaft. Der Schaden durch die ehemaligen Funktionäre in Frankfurt wurde auf 6,3 Millionen Euro geschätzt.

Der Bezirksverband Hessen-Süd ist Spitzenverband für 19 eigenständige Kreisverbände im südlichen Hessen. Als Konsequenz aus der Awo-Affäre, und um sich von den Missständen bei den Kreisverbänden Frankfurt und Wiesbaden zu distanzieren, hatte der Vorstand des Bezirksverbandes im Februar seinen bisherigen Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung abberufen. Nachfolger ist seit dem Sommer Ulrich Bauch.

dpa