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Politik Pandemie bremst Unterricht in der Schule weitgehend aus
Mehr Hessen Politik Pandemie bremst Unterricht in der Schule weitgehend aus
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20:01 06.01.2021
Ein leeres Klassenzimmer.
Ein leeres Klassenzimmer. Quelle: Bodo Schackow/zb/dpa/archiv
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Wiesbaden

Für Hessens Schüler fällt der Unterricht im Klassenzimmer wegen der Corona-Pandemie bis Ende Januar weitgehend weg. Nach dem Beschluss des Corona-Kabinetts der Landesregierung müssen die Kinder der Klassen 1 bis 6 bis zum 31. Januar zum Lernen nicht an die Schulen kommen. Die Präsenzpflicht werde für diese Schüler ausgesetzt, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden. Für Schüler ab Klasse 7 werde mit Ausnahme von Abschlussklassen grundsätzlich Distanzunterricht in den nächsten drei Wochen angeboten. In dieser Woche sind noch Weihnachtsferien in Hessen.

Mit dieser Regelung ist für jüngere Schüler demnach mit dem Start der neuen Corona-Regeln ab Montag (11.1.) doch der Gang zur Schule möglich, wenn Eltern arbeiten gehen müssen und sich nicht zu Hause um sie kümmern können. Die Kinder würden dann in der Schule in festen Lerngruppen unterrichtet, erklärte der Kultusminister. Die Eltern müssten aber keine Sorge haben, dass diese Schüler mehr Unterrichtsstoff erhielten. Die Kinder im Distanzunterricht lernten genauso viel und bekämen das gleiche Material wie die Schüler, die nicht zuhause bleiben können.

"Das ist ein trauriger Moment. Denn wir Kultusminister sind von Amts wegen Lobbyisten für Schule", sagte der CDU-Politiker. Sein Ziel sei stets, so viel Schule wie möglich zu ermöglichen. "Ich appelliere aber an alle Eltern, ihre Kinder - wann immer möglich - im Sinne der Kontaktreduzierung zu Hause zu behalten", mahnte Lorz mit Blick auf die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen.

Schüler in Abschlussklassen sollten unter Einhaltung des Mindestabstands dagegen weiter unterrichtet werden, teilte der Kultusminister mit. Diesen solle ermöglicht werden, ihren Schulabschluss so regulär wie möglich erwerben zu können. "Dafür brauchen wir den Unterricht", betonte Lorz.

Für die Kinderbetreuung bleibe Hessen bei seiner Linie: Es solle möglichst nur dann eine Betreuung in Anspruch genommen werden, wenn es eine dringende Betreuungsnotwendigkeit gebe, ergänzte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Wer Kinder zuhause betreut, könne bis zu zehn zusätzliche Tage Kinderkrankengeld je Elternteil geltend machen.

Die neuen und verschärften Corona-Maßnahmen gelten über alle Bereiche ab dem 11. Januar bis zum Ende des Monats. Der Ministerpräsident verteidigte die nochmaligen Einschnitte für die Bevölkerung. Die Situation an den Kliniken bleibe weiterhin angespannt. "Wir müssen alles tun, damit unser Gesundheitssystem handlungsfähig bleibt." Es gebe keinen Grund für Entwarnung. "Nur, wenn jetzt alle möglichst zu Hause bleiben und Kontakte einschränken, haben wir eine Chance, die Infektionszahlen zu senken." Alle Maßnahmen zielten aber darauf, dass es ab Februar wieder zu Lockerungen kommen könne.

Nach den Beschlüssen des hessischen Corona-Kabinetts dürfen sich künftig nur noch Angehörige eines Haushalts mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person im öffentlichen Raum treffen. Für den privaten Raum gelte in Hessen eine dringliche Empfehlung, diese Vorgaben einzuhalten, erklärte Bouffier.

Um etwa Tagesausflüge und überlaufene touristische Ziele zu vermeiden, werde für Gebiete mit einer Inzidenz von über 200 der Bewegungsradius auf 15 Kilometer eingeschränkt. Für diesen Radius gelte als Ausgangspunkt der Wohnort, der Arbeitsplatz oder die Unterkunft bei Menschen mit einer auswärtigen Tätigkeit, erklärte der Regierungschef. Ziel dieser Maßnahme sei, typische Freizeitaktivitäten und tagestouristische Ausflüge einzudämmen.

Der Lockdown mit der Schließung zahlreicher Geschäfte war zunächst bis zum 10. Januar befristet. Seit Mitte Dezember sind wegen der Corona-Pandemie zahlreiche Geschäfte und Dienstleister auch in Hessen geschlossen. Auch Freizeit- und Kultureinrichtungen mussten dicht machen. Es gilt eine weitreichende Maskenpflicht, unter anderem in Geschäften, Bussen und Bahnen sowie in einigen Fußgängerzonen. Besuche in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen bleiben unter strengen Vorgaben möglich.

dpa