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Politik Baumfällungen beendet: Protest soll weitergehen
Mehr Hessen Politik Baumfällungen beendet: Protest soll weitergehen
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05:22 09.12.2020
Polizisten tragen drei Aktivisten aus dem letzten verbliebenen Camp im Dannenröder Forst. Quelle: Nadine Weigel/dpa/Archivbild
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Homberg/Ohm

Auch nach dem Ende der Räumungs- und Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst bei Homberg (Ohm) geht der Konflikt um den Weiterbau der Autobahn 49 weiter. Umweltaktivisten, die bis zuletzt auf Barrikaden und in Baumhauscamps gegen die Abholzung protestiert hatten, kündigten weiteren Widerstand gegen das Verkehrsprojekt an. Die Polizei richtet sich auf weitere Einsätze ein. Man werde auch weiterhin am Ausbaugelände präsent sein, sagte ein Sprecher. "Uns ist bewusst, dass die Ausbaugegner den Weiterbau der A49 thematisch und mit Protestaktionen weiter begleiten werden."

Klima- und Umweltschützer hatten vor mehr als einem Jahr den Dannenröder Forst besetzt, um die Rodungen für den Lückenschluss zu verhindern. Der Protest soll weitergehen: "Die A49 ist noch nicht gebaut, und wir werden weiter dafür einstehen, dass das auch nie passiert!", hieß es vonseiten der Waldbesetzer.

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Sowohl Polizei als auch Aktivisten wollen am (heutigen) Mittwoch eine Bilanz der vergangenen Wochen im Dannenröder Wald ziehen und einen Ausblick auf das weitere Vorgehen geben. Am Vortag hatte die Polizei das letzte Camp von Umweltschützern in dem Forst geräumt und die Fällarbeiten für die neue Trasse der A49 konnten abgeschlossen werden. Nach Angaben der zuständigen Projektgesellschaft Deges stehen in den kommende Wochen allerdings noch kleinere Arbeiten wie das Abtransportieren gefällter Bäume an.

Die Räumungs- und Rodungsarbeiten für den Lückenschluss der A49 hatten im Dannenröder Forst am 10. November begonnen, Hunderte Polizisten waren im Dauereinsatz. Im Oktober waren bereits im Herrenwald bei Stadtallendorf sowie im Maulbacher Wald bei Homberg Bäume gefällt worden - auch hier gab es Proteste von Umweltschützern.

Die Autobahn soll einmal Kassel und Gießen direkter verbinden. Die Rodungsfläche für die neue Trasse, für die bereits seit längerem Baurecht besteht, umfasst nach Angaben von Deges insgesamt rund 85 Hektar. Die Gegner der A49 lehnen das Verkehrsprojekt aus Klimaschutzgründen ab. Die Befürworter versprechen sich davon weniger Lärm und Verkehrsbelastung in Dörfern der Region sowie eine bessere Straßenanbindung.

dpa