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Politik Landtag debattiert erneut über Landarztquote
Mehr Hessen Politik Landtag debattiert erneut über Landarztquote
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17:52 11.12.2020
Ein Schild mit der Aufschrift «Arzt» hängt an einem Laternenpfahl.
Ein Schild mit der Aufschrift «Arzt» hängt an einem Laternenpfahl. Quelle: Tom Weller/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

"Bisher kein Antrag, kein Plan, kein Entwurf", sagte SPD-Gesundheitsexpertin Daniela Sommer am Freitag. "Wir warten, hoffentlich nicht vergebens." Nach Ansicht der Sozialdemokraten ist die Landarztquote ein wichtiger Baustein für eine bessere Versorgung mit Hausärzten im Land.

Sommer zufolge wird sich die hausärztliche Versorgung in Hessen in den nächsten Jahren weiter verschlechtern: Bereits jetzt fehlten landesweit 300 Hausärzte, bis 2030 würden 4300 weitere in den Ruhestand gehen. Mehr als zwei Drittel dieser Mediziner seien aktuell älter als 50 Jahre.

Nach den SPD-Forderungen sollten zehn Prozent der Medizinstudienplätze für Bewerber reserviert werden, die sich verpflichten, nach dem Abschluss mindestens zehn Jahre als Hausarzt im ländlichen Raum zu praktizieren. Hält sich ein Berufseinsteiger nicht an die Vereinbarung, droht eine Vertragsstrafe.

Die FDP-Fraktion kritisierte den Vorschlag, da sich die angehenden Landärzte schon früh auf ihren Lebensweg festlegen müssten. Solange die Arbeit der niedergelassenen Ärzte im ländlichen Raum nicht attraktiver gemacht werde, helfe auch keine Quote, sagte Yanki Pürsün (FDP).

Nach den Worten von Sozialminister Kai Klose (Grüne) muss eine Landarztquote von Ärzten und Studierenden auch akzeptiert werden, um erfolgreich zu sein. Dazu müsse Hessen das Gesetz "handwerklich richtig anpacken" und aus den Erfahrungen anderer Länder lernen, sagte er. Politische Schnellschüsse und eine Kopie der Regelungen anderer Bundesländer hülfen nicht weiter. Das Ziel der Landesregierung sei ein spezifischer hessischer Weg, der in enger Abstimmung zwischen dem Wissenschaftsministerium und den medizinischen Fakultäten vorbereitet werde.

dpa