Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Erste Landkreise in Hessen verhängen Ausgangssperren
Mehr Hessen Politik Erste Landkreise in Hessen verhängen Ausgangssperren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 10.12.2020
Anzeige
Wiesbaden

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wollen nach der Stadt Offenbach auch die ersten Landkreise nächtliche Ausgangssperren verhängen. Am Donnerstag kündigten der Landkreis Limburg-Weilburg, der Kreis Groß-Gerau und der Kreis Offenbach entsprechende Verfügungen an. Diese sollen im Kreis Groß-Gerau den Angaben zufolge bereits am Freitag (11. Dezember) um 21.00 Uhr in Kraft treten; in den anderen beiden Kreisen gilt sie ab Samstag.

Im Main-Kinzig-Kreis wurde nach Angaben einer Sprecherin eine Verschärfung der Verhaltensregeln vorbereitet. Die Landeshauptstadt Wiesbaden verfügte auf dem zentralen Luisenplatz von Samstag an eine Maskenpflicht und verhängte ein Alkoholverbot. Die ebenfalls von überdurchschnittlich vielen Infektionen betroffene Stadt Offenbach hatte bereits am Mittwoch Ausgangssperren angekündigt.

Verboten ist damit in den Corona-Hotspots unter anderem, zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr das Haus ohne einen wichtigen Grund zu verlassen. Ausnahmen werden etwa bei Fahrten zur Arbeit, bei Arztbesuchen oder bei der Versorgung von Tieren gemacht. Außerdem ist das Trinken von Alkohol auf öffentlichen Plätzen den ganzen Tag über nicht gestattet. Die Verordnungen gelten in den Kreisen Limburg-Weilburg und Groß-Gerau zunächst bis zum 22. Dezember, im Kreis Offenbach bis zum 20. Dezember.

"Wir hoffen, mit den nun getroffenen Maßnahmen das Infektionsgeschehen bei uns im Landkreis insgesamt wieder nach unten drücken zu können, um unser Gesundheitssystem zu entlasten", sagte der Landrat des Kreises Limburg-Weilburg, Michael Köberle (CDU). Den in Mittelhessen liegenden Kreis dürfen außerdem nur Menschen betreten, die dort auch sesshaft sind. "Es ist bedauerlich, aber es reicht offenbar nicht, an die Vernunft der Menschen zu appellieren", sagte der Landrat des Kreises Groß-Gerau, Thomas Will (SPD).

Die Landesregierung hatte am Dienstag die Kreise und kreisfreien Städte zu dem Schritt aufgefordert, sobald die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage hintereinander den Wert von 200 überschreitet. Der Wert gibt an, wie viele Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche registriert werden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag in der Stadt Offenbach mit 258,7 die höchste Inzidenz in Hessen (Stand: 0.00 Uhr). Es folgten die Landkreise Main-Kinzig (234,7), Limburg-Weilburg (210,0) und Groß-Gerau (207,1). In allen anderen Kreisen und kreisfreien Städten lag die Inzidenz unter der höchsten Warnschwelle von 200 - teilweise allerdings nur knapp.

dpa