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Politik Neuer Hochschulpakt steht: Land gibt 11,2 Milliarden Euro
Mehr Hessen Politik Neuer Hochschulpakt steht: Land gibt 11,2 Milliarden Euro
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14:35 11.03.2020
Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Quelle: Swen Pförtner/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Mit dem neuen Finanzplan des Landes für die 14 hessischen Hochschulen soll künftig mehr Geld in eine bessere Lehre investiert werden. Der Hochschulpakt für die Jahre 2021 bis 2025 umfasst insgesamt 11,2 Milliarden Euro - zwei Milliarden Euro mehr als der aktuelle. Das Land will auch erreichen, dass es an den Hochschulen mehr Chancengleichheit, bessere Beschäftigungsverhältnisse und mehr ökologische Nachhaltigkeit gibt, wie Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) zur Unterzeichnung des Paktes am Mittwoch in Wiesbaden erläuterte. Außerdem sollen die Hochschule ihre Profile schärfen, um im nationalen und internationalen Wettbewerb besser bestehen zu können. Der Pakt im Einzelnen:

- DAS SOCKELBUDGET

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"Die Hochschulen können so verlässlich planen wie noch nie", betonte Dorn. Erstmals seien mehrere Budgets zu einem Finanzierungssockel zusammengezogen worden, der jedes Jahr um vier Prozent wächst. Damit könnten die Hochschulen Tarif- und Kostensteigerungen gut abfedern. Das Sockelbudget umfasst insgesamt 8,2 Milliarden Euro, darin ist auch Geld vom Bund enthalten. Daneben fließt aus dem Erfolgsbudget (2021-2025: 1,5 Milliarden Euro) Geld. Dafür müssen die Hochschulen jedoch Erfolge etwa bei der Einwerbung von Drittmitteln, Promotionen oder Frauenförderung vorweisen.

- WIE SOLL DIE LEHRE BESSER WERDEN?

Im Hochschulpakt sind außerdem 25 Millionen Euro pro Jahr speziell für die Qualität des Studiums verankert. Die Hochschulen haben außerdem mit dem Land vereinbart, die Betreuungsrelation zu verbessern. Bislang ist ein Professor für 72 Studierende zuständig - dieser Wert soll bis 2025 auf 62 sinken. Dafür erhalten die Hochschulen sukzessive 300 zusätzliche Professorenstellen.

- WIE SOLL ES MEHR CHANCENGLEICHHEIT GEBEN?

Hochschulen und Landesregierung haben vereinbart, dass der Anteil von Frauen insbesondere bei Professuren wachsen soll. Zusätzlich sollen Modelle ausgebaut werden, die den Studieneinstieg erleichtern - etwa für junge Menschen, die zunächst eine Ausbildung absolviert haben. Alle sollten die gleichen Chancen haben, erläuterte Dorn. Unabhängig davon, ob die Eltern studiert haben oder nicht, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder neben dem Studium ein Kind betreuen.

- WAS BEDEUTET "BESSERE BESCHÄFTIGUNG"?

Die Hochschulen haben im neuen Pakt zugesagt, künftig mehr Mitarbeiter unbefristet einzustellen statt befristet. Grundsätzlich soll es "Dauerstellen für Daueraufgaben" geben. Sollte sich bei einem Mitarbeiter zwischen zwei Projekten, die über Drittmittel finanziert werden, eine Gehaltslücke auftun, dann soll künftig Geld aus einem Übergangsfonds fließen.

- WIE WOLLEN DIE HOCHSCHULEN NACHHALTIGER WERDEN?

Die Hochschulen schließen sich dem Klimaschutzziel des Landes an, bis 2025 klimaneutral zu werden. Bis 2025 sollen die Treibhausgas- und CO2-Emissionen um mindestens zehn Prozent allein durch betriebliche Maßnahmen sinken. Außerdem richtet jede Hochschule eine Nachhaltigkeits-Professur ein. Klimaneutralität definiert das Land nach Angaben des Umweltministeriums so, dass 90 Prozent weniger Treibhausgase freigesetzt werden im Vergleich zu 1990.

- WAS SAGEN DIE HOCHSCHULEN ZUM NEUEN PAKT?

Die Sprecherin der Konferenz hessischer Universitätspräsidien, Prof. Birgitta Wolff, lobte die gewünschte "höhere Planungssicherheit". Mit den zusätzlichen Professorenstellen böten sich auch neue Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Der Präsident der Frankfurter Hochschule für angewandte Wissenschaften, Prof. Frank Dievernich, nannte den Pakt "einen sehr guten Kompromiss".

- WELCHES GELD IST NOCH FÜR DIE HOCHSCHULEN VORGESEHEN?

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) verwies am Mittwoch darauf, dass während der Laufzeit des neuen Hochschulpaktes zusätzlich 1,8 Milliarden Euro an die Hochschulen fließen. Er nannte das Forschungsförderungsprogramm Loewe, das Hochschulbauprogramm Heureka und den neuen Digitalpakt Hochschulen.

dpa

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